Wednesday, April 24, 2013

PURGATORY - Deathkvlt - Grand Ancient Arts - Cd / War Anthem Records



Heiliger Kreuznagel, der Nossener Panzersturm ist wieder aufgetaucht und bringt das sächsische Zwergenland erneut in Unruhe. Dieses mal wird der Anschlag als so gefährlich eingeschätzt, dass die Zufahrtsstraßen von der Autobahn nach Nossen zum Teil gesperrt sind, und es aufgrund gewalttätiger Ausschreitungen, Übergriffen durch semiprofessionelle Presseheinis und blasphemischer Zündelein auch noch ein Weilchen bleiben könnte. Dabei ist doch alles beim alten, seit nunmehr fast 20 Jahren, die Flamme brennt, das Purgatorium verschluckt immer noch zahllose Opfer, und Folter und Pein machen unverändert Laune. Wenn Herr Kögel seinen Zopfgummi wegschnepst, der Propeller ein synchrones Verständnis von kreisförmiger Ausgelassenheit seine Stärke nennt, dann ist doch alles gut. Den Totenkult aus Sachsen kann sich jeder bedenkenlos in die Sammlung kleben, der den ganzen PURGATORY Kram ohnehin bereits an der vergilbten Tapete zu lehnen hat. Wie heißt es so treffend, „Ein alter Köter lernt keine neuen Tricks mehr“. Sollte es jemanden geben, der diese empirisch belegbare These anfechtet, dann geht und konsumiert Kiddigeschredder, aber lasst eure frisch tätowierten Griffel von den Purgatoren. Denn der Weg, den die Band mit allen personellen Engpässen und Rückschlägen bis dato zurück gelegt hat, ist so was von leicht entflammbar geradlinig, dass er in der modernen Zeit Gefahr läuft, in den bunten Schatten gehypter Hemdträger verloren zu gehen. Aber die Band weiß ein wiederholtes Mal um ihre unschlagbare Fähigkeit, genügend Lichtmasten und Leuchtbaken zu setzen, um ihren Fans den einzig wahren Weg zu weisen. Nur deshalb und wegen des unbedingten Durchhaltebefehls kann und wird auch Deathkult in die rühmlichen Analen der Bandhistorie eingehen. Und durchhalten müssen sie, denn Entsatz ist nicht in Sicht, drunten im Sachsenlande. Solange Dreier mit seinem Organ die Engel aus dem Himmel pustet, muss sich diesbezüglich aber niemand Sorgen um einen Bruch in der Frontlinie machen. Die wirklich neuen Aspekte des Albums sind die, dass es keine gibt, auch wenn die Band aus ihrem Fokus das sicher anders wahrnimmt. Na und Recht werden sie dann schon haben, niemand ist näher dran als der Verursacher von Leid und Pestilenz höchstselbt. Ich für meinen Teil lehne mich zurück und genieße gewohntes auf einem Niveau das mich mit Zufriedenheit in die Zukunft mäandern lässt, selbst wenn das Album ein gänzlich anderes Tempo vorlegt, überkommt mich ein Gefühl von zeitloser Entspannung. Lasst den unheiligen Mob blasten und growlen, lasst ihn düsterdunkel den Forst einreißen, lass die Tore der Hölle mit Bierflaschen barrikadieren, lasst uns grimmig stierend feiern und endlos Spaß mit dem Grubenfeuer aus dem bodenlosen Schacht haben, bis Großmutter drunten der Sauerstoff wegbleibt und die Suppe kalt wird! In besagter Suppe schwimmt übrigen auch ein Demigod Cover mit musikalischer Unterstützung von Originalmember Esa Linden. Dass das keine Purgatory Nummer im ureigenen Sinn ist, hört mach auch ohne aufs Booklet zu lunschen, denn diese Art Riffs und Arrangements schreibt die Band üblicherweise nicht. Und trotzdem ziehen sie dem Stück mit gewohnter Lockerheit ihren persönlichen Anstrich über. Bedingungslos abkupfern wäre auch pfui Teufel und dem Status der Band in keiner Weise gerecht. Für so was ist das Geschäft zu alt, die Haut zu dick und der Erfahrungen reichlich viel im Speicher. PURGATORY machen aus allem was ihnen in den Schritt fällt PURGATORY, sein es Vader, Krisiun oder nur 3 Haselnüsse. Letztendlich ist auch aus der aktuellen Rinde ein überzeugendes Statement gegen die Verniedlichung der Szene und die Aufweichung der Grenzen geworden, ein wütendes Plädoyer für traditionellen Death Metal und die Aufrichtigkeit, mit der man seine Lederjoppe zu tragen hat. Laut, schnell, ureigen sächsisch diabolisch mit Tunnelblick. Der Tunnelblick agiert in diesem Falle selbstredend als Sympathieträger. 
9/10

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