Thursday, April 25, 2013

ZOMBIEFICATION - At The Caves Of Eternal - Cd / Pulverised Records



Die Zombiefizierung des mexikanischen Landstriches begann spät im Jahre 2009, als ein aus Skandinavien stammender und mit immenser Verzögerung eintreffender Erreger 2 Herren aus der dortigen Szene unvorbereitet überfiel. Ihre christlichen Namen ablegend stampften die zukünftigen Señores Hitchcock und Jacko von nun an im morbiden Beat klassischer Elchtodleichen. Es dauerte kein Jahr bis das Debütalbum erschien und so was nach Dismember klang, dass der Kadaver vor Furcht in spastischen Kontrakturen verharrte.  Der Mexikoklone war geboren und fraß sich furchtlos durch zahlreiche Kritiken, ohne an irgendwelchen rhetorischen Gegenmitteln zu scheitern. Nur die Label taten es immer wieder, aber der Virus sprang von Wirt zu Wirt, von Asphyxiate über Chaos Records hin nun zu Pulverised. Das sollte Beweis für die Präsenz und das Durchhaltevermögen der Musiker genug sein. Hirndrainagen, zerebrale Impfstoffe und breitgefächerte Aufklärungskampanien zur Prophylaxe konnten nicht verhindern, dass der Grad der Ausbreitung immer mehr zunahm. Ungewöhnlich in diesem Falle ist, dass der kleine, fiese Bastard kaum zu Mutationen neigt und stur sein gäriges Süpplein kocht. Bewegung war trotzdem immer drin, denn Stagnation und stupides Schlafzimmer – Songwriting ist nun auch nicht das Ding der Herren H. und J., die sich für ihre Liveauftritte gern Verstärkung holen, um ihr versuchtes Material offensiv in die Massen zu streuen. Auf dem aktuellen Propagandawerk zum Beispiel schwingt ein Hauch schwarzer Düsternis mit, die den Stücken sehr zuträglich ist. Was auch dazu führte, dass der Drang, Grabsteine umzustoßen und anderenorts neue einzubuddeln stärker wurde. Wiederholt gelingt dem Duo ein musikalisch ansprechendes Album mit allen klassischen Ingredienzien, die schwedischen Death Metal ausmachen, vom Sound, über Melodie bis hin zu authentischer Totenackeratmosphäre. Erreicht wurde das mit Hilfe des Endschliffes aus dem Mutterland, gemastert wurde bei Tore Stjerna, der seines Zeichens wieder für Bands wie Demonical, Desultory und auch Watain verantwortlich zeichnet. Hier ist möglicherweise der neu auftretende, leichte Hang zum Black Metal zu suchen. Schon der Titel-, und Erföffnungstrack stellt das ganz deutlich heraus, hängt ihm doch eine gewisse Schwere nach, gefördert durch eine eisige Rhythmusgitarre (zum Teil). Und so setzt sich das im Laufe der Geschehnisse immer mal wieder durch, die Jonglage neuer, alter Aspekte hat begonnen. Das Album geht mehr als gut und übt sich in Steigerungsformen. Ja selbst wenn Mr. H. immer noch versucht, und das gar nicht mal nachteilig, einen auf leidend und brutalen Matti Kärki zu machen, passt das perfekt ins Bild der Band. Und so rast der Zombievirus durch Dschungel und Kakteenwälder, dockt im Zuge der weltweit grassierenden neuen Welle auch im einstigen Inkaimperium an und strebt in Guerillataktik den gleichen Vernichtungsfeldzug entgegen, wie einst die spanischen Horden. Nicht die waffenstarrenden, sondern die Pocken. Der gleiche Erfolg wird zwar kaum beschieden sein, denn die Anfälligkeit bezieht sich lediglich auf eine spezielle Gattung Homo Sapiens Sapiens, aber jene ist wegen ihrer brutalen Partytauglichkeit und ihrer schmerzfreien Musikgewohnheiten dafür besonders prädestiniert. Es wird auch Ausnahmen geben, denn Passanten, deren Leiber und Geister nur modernen Gewaltorgien offen stehen, könnten eine natürliche Immunität entwickelt haben und dem Anliegen des neuen Zombieepos negativ gegenüber stehen. Für Fans traditioneller schwedischer Bands gibt es aber nur wenig Ausreden, an den Folgen von „At The Caves Of Eternal“ nicht zu erkranken und bereitwillig zu siechen. Ein interessanter Tieftöner, der die Stärke und Hingabe von 2 jenseitsatlantischen Psychos fett und blutrot unterstreicht! 
8/10

No comments:

Post a Comment