Monday, May 6, 2013

A CANOROUS QUINTET - The Quintessence - Do Cd / Cyclone Empire



Die Anzahl von Re – Releases hat in den letzten Jahren zumindest gefühlt stark zugenommen. So manch olle Tonne hätte auch weiter in Ruhe verrosten können, aber wenn´s der Markt und die Geldbörsen hergeben, bleibt es jedem unbenommen, zu tun was er will. Mitunter sind aber auch immer wieder wirklich gute und lohnenswerte Neuauflagen aufgetaucht, die jeweils so ein Stückchen eigene Musikentwicklung und Geschmacksveränderung wiederspiegeln und bewußt machen. Hier trifft „The Quintessence“ genau den Nerv, beinhaltet die Doppel Cd doch das beinahe komplette Material von schwedischen Akteuren, die sich zu ihrer aktiven Phase unter diesem Namen mehr verdient hätten. A CANOROUS QUINTET gehören wohl zu der Sorte Bands, die seinerzeit einen bescheidenen Erfolg im Schatten von Edge Of Sanity und At The Gates feierten, aber deren Popularität nur bis zu einem gewissen Grade teilen konnten, obwohl sie vergleichbares schrieben und produzierten und den Qualitätsansprüchen schwedischer Melodieforscher durchaus genügten. Bereits 1991 gegründet, war nach einem Demo, einer Ep und 2 Alben wieder Schluss, da spielte es auch keine Rolle, dass sie mit Dan Swanö und Peter Tägtgren gearbeitet hatten, Leuten die was von Musik und Reglern verstehen. Die einzelnen Mitglieder gaben die Band zugunsten anderer Vorhaben auf. Jesper Löfgren, Fredrik Andersson und Linus Nirbrant gingen zu Guidance of Sin, Anderson wurde zudem Schlagzeuger bei Amon Amarth, wo er auch heute noch für Druck sorgt. Einen Druck übrigens, der A CANOROUS QUINTET bereits vorangetrieben hat, sein Spiel war früher und ist heute gleichermaßen prägnant. Mårten Hansen wurde Frontmann bei October Tide, darauffolgend auch noch bei anderen Acts. Leo Pignon spielt hier und dort, teilweise weiter zusammen mit Andersson. Aktiv blieben sie alle und auch untereinander in Kontakt, und das scheinbar auf kreativer Basis so eng verbunden, dass sie sich 2005 wieder zusammen taten und das Nachfolgeprojekt The Plague gründeten. Es gab dann noch ein paar namensrechtliche Schwierigkeiten, weshalb auf die Schnelle ein Neuer für das gleiche Baby hermusste, und so entstanden This Ending, die bei Metal Blade 2 Alben und eine Ep veröffentlicht haben und bis dato aktiv sind. „The Quintessence“ nun enthält das frühe Material der Band, und das ist kein Stückchen improvisiert oder billig, die wussten und konnten scheinbar schon von Beginn an die Regeln und setzten ihre eigenen Ansprüche ziemlich hoch. Ihr findet auf dem Doppelalbum beide Scheiben, sowohl „Silence Of The World Beyond“ als auch „The Only Pure Hate“. Den Titeltrack der ersten als Bonus noch in der Liveversion. Auf der 2. Lp ist Andersson übrigens bei einigen Songs als Sänger hinter seiner Trommelbude zu hören. Dann ist „As Tears“ die 95 Ep noch mit drauf und ein 2 Song Demo von 97. Von der 2012 erschienenen Ep „Systematic Worship“ fehlt seltsamerweise „The Offering“. Dieses und das andere Stück „Reflections Of The Mirror“ sind übrigens keine neuen Stücke sondern waren ursprünglicher Teil des Debütalbums, wurden aber aus Budgetgründen gestrichen.   Tatsächlich frisch sind dann aber „Dreamcloud“ und „Welcome To Your End“. Ich bin mir nicht sicher ob auch das noch lose alte Fäden sind, aber ich vertraue den Angaben des Labels. Mit diesem rundum Kopfwehpaket seit ihr entsprechend gut bedient und ein Kauf lohnt sich schon deswegen, weil die noch existierenden Originale unverschämt teuer sind. Wer legt schon freiwillig einen Fünfziger für ein einziges Album hin? Das Cover ist das wohl Beste, das die Bandgeschichte bisher gesehen hat und auch der Sound ist fast immer auf gesundem Niveau. A CANOROUS QUINTET ist für all jene, die von At The Gates bis Amon Amarth jeden nordischen Pfad abgeschritten haben, nie enttäuscht waren und sich bei der neuen – alten Rille sehr wohl fühlen werden.

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