Friday, May 3, 2013

CEREKLOTH - In The Midst Of Life We Are In Death - Cd / Hells Headbangers / Hammerheart



Anno 2008 gründeten sich CEREKLOTH aus ihren eigenen Restern, der Vorgängerband die da hieß Church Bizarre. Eine Band wurde begraben und im gleichen Atemzug eine neue aus den Schatten gezogen. Der Focus von CEREKLOTH liegt aber doch ganz wo anders, sonst wäre das Unterfangen auch sinnentleert. 5 Jahre hat es gedauert und einiges an Menschenmaterial verschlissen (was bis dato anhält, gerade ist wieder ein Gründungsmitglied verschwunden), bis das Debütalbum fertig war. Und auf dem wird zumeist mit entspannter Behäbigkeit die Hölle losgetreten. Satan und Freunde erleben einen Exzess nach dem anderen, werden mit nahezu doomiger Verzweiflung mit Todesbleien beschossen. Die Band lässt sich tempobezogen wie schon mit der Produktion der Scheibe Zeit, zieht ihre Stücke gern mal über die 7 Minuten Grenze, kann aber auch schneller. Damit passen sie sich dem finnischen Modell von Funebre und Kollegen an, nur eben meist noch langsamer. Oder auch ein Act wie Disma dürfte als Referenz passen. Somit wisst ihr schon mal, womit ihr es zu tun habt, mit Musik die manch einer als altbacken abstempelt und Genießer als das einzig Wahre betrachten. Wenn man dann auch noch weiß, dass einige Mitglieder bei Strychnos spielen (keine Gründungsmitglieder), dann liegt die Affinität zu düsterem Old School Death offen vor uns. Dann trommelt uns positiv primitive aber auch nicht zu simple Musik entgegen, bei der vor allem der gerade aktuelle Drummer ein straffen Päcklein schnürt. Hintergründig ist die Musik natürlich melodiös, wirkt getragen, lässt aber niemals einen fröhlichen Sonnenschein zu. Grau, dunkel und zerstörerisch, mit Vocals die unglaublich flachgelegt grummeln, aber im vorhandenen Groove mancher Nummern emotional mitschwingen können. Eigentlich zeigen sich auf der Scheibe sogar 2 Seiten ein und derselben Band. Die doomige, die Walze spielt und trotz Geschwindigkeitsverschleppung beständig platt macht, ist Hauptereignisträger, da sie aufgrund ihrer Präsenz mehr Zeit in Anspruch nimmt und die Tore zum Höllenpfuhl weit aufstößt. Und dann ist da noch die straffer erzählte, die mit den dezent rockigen Untertönen, die bei der die Musiker ein bisschen mehr zu tun bekommen als nur den Schmiedehammer mit Gleichgültigkeit auf den rostigen Stahl zu dreschen. Das ist der Part, an dem der Groove eine Rolle spielt und prägnante Riffs aus der Deckung treten, wo Temperatur ins Geschäft kommt und die Kälte vom Album zaubert. Dieses Wechselspiel ist das Besondere an „In The Midst Of Life We Are In Death“, denn es fällt nicht schwer, den Akteuren beide Seiten glaubwürdig abzunehmen. Der Hang zu schwarzgefärbtem Seelenunfrieden mit all seiner unterkühlten Mentalität ebenso wie das gewollt fixere Marschtempo mit dem größeren Funfaktor. Den hätte ich in Anführungsstriche setzen sollen, denn trotz gewollter Flexibilität innerhalb des Konzepts bleiben CEREKLOTH ein bitterernstes Unternehmen, das zum Lachen ins Eck muss, weil die Musik dafür keinen Spielraum eingeplant hat. Das zeigt sich auch am Cover, dass wie eines dieser psychisch durchgeleierten und irrsinnig überteuerten Gemälde von  Edvard Munch aussieht und das ganze gewollte Dilemma von Siechtum und Hoffnungslosigkeit zum Vorschein bringt. Musikalisches Düsterkino für die Ohren, das ohne den Raketenzug auskommt, dergestalt präsentiert sich dieser dänische Act und überzeugt fast zur Gänze. Das Gesicht von modernen Ansprüchen abgewandt konzentrieren sie sich ausschließlich auf ihr zähes und finsteres Vorhaben, Death Metal zu spielen, der so zeitlos klingt, dass er mit voller Aufmerksamkeit und ohne erwähnenswerte Schluckstörungen verschlungen werden kann. Nur Technikgötter – die werdet ihr dabei nicht finden. 
8/10

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