Saturday, May 18, 2013

IMPRECATION - Satanae Tenebris Infinita - Cd / Dark Descent Records



Der hinter den Reihen geht, der sich im Schatten bewegt, dessen Namen man nicht ausspricht, dessen Existenz man nur in Gerüchten tuschelt, hat einen Boten geschickt. Der, dessen Schritt alles Leben verdorren lässt, dessen Atem Pestilenz und dessen Berührung Tod bedeutet, tut Kunde von seinem Wesen durch  … Texaner, verdammte Texaner. Ich war mir immer sicher, die vögeln ihre Bullen, erschießen Mexikaner und feiern ihren Patriotismus mit Selbstgebranntem. Und nun stehen da welche und pediküren dem Gehörnten den Klumpfuß. Mann, mich haut es aus den Wildledernen, da ist´s doch viel zu warm für düstere Stimmung, da spritzt doch sonst nur tiefrotes Blut nach brutalsten musikalischen Attacken.
IMPRECATION, nie gehört. Und doch gehörten sie schon mal zur amerikanischen Szene, kurz nach dem Durchbruch des Death Metal anno 91. Selbst durchgebrochen sind sie aber nie, was vielleicht auch an der territorialen Benachteiligung lag. Ostküste, das wäre wohl der richtige Nährboden für die Musik der Vasallen des Schwefelvergasers gewesen. Nun, nach etlichen Jahren der Abstinenz von der Band und auch ihm, und mit nur noch dem Rumpf des Originals, sind sie zurück und wollen die Gunst der Stunde nutzen. Sich selbst treu sind sie all die Zeit irgendwie auch geblieben, haben sie in anderen zumeist genauso undergroundig unbekannten Combos Feuer gelegt, vereinzelt sogar zusammen. Somit ist der Neuanfang wahrscheinlich gar keiner und auch die Einstellung anderer Instrumentensklaven (ebenfalls alle mit reichlich Erfahrung) nur so was wie eine Fortführung einer nie unterbrochenen Reise. Nach Adam Riese sind rechnerisch verflucht viele Jahre ins Land gezogen, bis ein Album aus der Destille tropfte, aber da ist es eben.
Old School wie Kuckucksuhren und Igelitschuhe, Comodore 64 und Butterbrot in der Aludose, das ist das Markenzeichen von IMPRECATION, düster und manchmal grimmig schwarz. Zudem arbeiten sie mit einem Keyboard, dass einen modrigen Flickenteppich über den musikalischen Sumpf legt und den Nebel um ihre morbiden Absichten niemals ganz durchschaubar macht. Die Musik raspelt sich gern stumpf durch den Kakteenwald, entspricht genau den Vorstellungen, die ihr vom Death Metal der alten Zeit haben solltet, wenn ihr nicht krampfhaft nach technischen Details forscht.  „Satanae Tenebris Infinita“  macht Spaß, auch wenn man nicht ernsthaft an die Gabel und das Höllenfeuer glaubt, es nimmt Fahrt auf und kann mit Solis in angemessenen Tempo flitzen, kann aber auch doomig und dunkler als eine Sonnenfinsternis durch den Raum schleichen, kann schwere Riffs abfeuern, oder auch Getragene und Aufgesetzte vertreten. Hier finden sich Größen von Immolation bis Asphyx wieder und reichen  doch nicht als bloße Kopien her. Die Leadgitarre darf sich leidend und klagend verzerren und der Sänger mit rauer Stimme den Teufel anrufen. Das alles nehme ich den Texanern ab, weil es rumpelt wie ein Leiterwagen auf einem ungepflasterten Hohlweg, schrededert wie ein Stasi – Aktenvernichter, stimmungsvoll wie ein eingestürzter Gemüsekeller durch willige Geister mäandert.
40 Minuten teuflischer Death Metal mit allen Ingredienzien, die die Großmutter des Fürsten aus  ihrer Hexenküche zur Nutzung freigegeben hat, werden gedeckelt von einem Cover, entworfen von Chris Moyen (von Beginn an in der Szene und bekannt für seine schwarz / weißen Knochenmänner und Dämonen), das mindestens genauso antik aussieht, wie die Musik klingt.
Ich denke die Band hat alles richtig gemacht, pfeffert sie uns doch ein Album auf die Platte; das allen Enthusiasten der ersten Stunde gut in die ungewaschenen Ohren ragen wird, weil es nur in den dunkelsten Farben, eigentlich sogar nur aus Kontrasten bestehend über das Antlitz der Szene rollt, wie ein rostiger Weltkriegspanzer durch nächtlichen Wüstenstaub. Hört genau hin und folgt seiner Spur, am Ende könnte euch gefallen, was ihr findet!   
8/10

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