Saturday, May 25, 2013

JOEL GRIND - The Yellowgoat Sessions - Cd / Hells Headbangers



Joel  Grind, unumstrittener “leader of the pack” bei Toxic Holocaust, versucht sich mit seinem Soloprojekt an Sachen, die ihn in seiner “Feuchte Ohren Zeit” definitive beeinflusst haben und einen beabsichtigten Konterpart zu seiner Full Time Band darstellen. Das Album, dessen ursprüngliche Idee mit dem 2002er Demo „Criticall Mass“ in nicht unwesentlicher Verbindung steht, die aber nie ernsthaft weiter verfolgt wurde, ist eine absolute Schrammelbude, die an Zeiten in den 80ern erinnert, als der Punk dem Thrash ein Lächeln bot und beide für Black Metal die Verantwortung trugen, der in seinem unglaublichen Primitivwahn hinsichtlich musikalischen Könnens der Protagonisten unübertrefflich war. Beginnend mit seiner Vorliebe für Discharge beginnt das Album dementsprechend auf 3 Akkorden roh tanzend, lässt Sympathie für Motörhead durchblicken, die in gewisser Weise auch immer Punks waren, auf die gleiche Wurzel, den Rock ‘n Roll zurück greifen, auch wenn Punks sich absichtlich und rüde revolutionär gegen das festgefahrene Business stemmten. An das was die 70er dem guten alten Rock ‘n Roll antaten und ihm ungewollt ein Frischzellenkur verpassten, erinnert Mr. Grind, ob er will oder nicht. Sein Radau ist genauso räudig, wie Punk und Thrash der Marke frühe Sodom, aber auch Venom und alte Bathory, die beide eine zunehmende Rolle mit dem Verlauf der Spielzeit von „Yellowgoat“ spielen. So ist das Bemühen des toxischen Meisters, primitive und schrecklich banale aber auch nostalgische und kantige Musik zu schreiben, geeignet für alle diejenigen, die sich einst nicht bewusst waren, wie sehr die Szene in ihren Schubladen erstarren würde. Mal wieder! Klar, das Spektrum, dass hier abgedeckt wird und als absolute Ein Mann Armee zu verstehen ist (übers Komponieren – geht wahrscheinlich auch noch im Suff ganz gut – bis hin zum Zertrümmern der einzelnen Instrumente) ist billig, klingt nach höchstens 8 Spuren aus dem Eierkartonkeller und ist alles andere als zeitgemäß. Aber genau deshalb trifft es doch ins Schwarze, wenn die Klampfe übersteuert ist, Technik allerhöchstens in der studioeigenen Kaffeemaschine steckt und die Stücke wahlweise, zumindest ideologisch geklaut sind.  Wenn es Venom sein soll, dann klingt die Gitarre auch so, wenn es rockig sein soll, dann rollt die Bahn auch und wenn es eben Bathory sein muss, dann hört man Quorton und seine einstige Vorstellung von Black Metal vom ersten bis zum letzten Ping. Nur eines ist die Scheibe nicht, kopflos und überflüssig. Sie könnte eher so was wie ein Wachmacher sein, etwas das im Kopf eines Einzelnen über Jahre schwärte und uns Verlorene im Morast von Überproduktion und Technikwahnsin, von schneller, schriller oder auch verzichtbar brutaler, aus dem Band und Produzenten und Vermarktungsüberfluss heraus führen könnte. Joel Grind macht dabei nichts anderes, als an den Anfang zurück zu gehen und mal zu schauen, was hätte passieren können, hätten sich die Genres und ihre so toleranten Fans nicht derart schnell auseinander gelebt. Was ihr hier um die Ohren gepfiffen bekommt, ist schwarzer Crustpunk, ist schartiger Ruhrpottthrash und Black Metal mit dem klaren Blick darauf, dass hinter allem mal Rock und Blues standen. Gewissermaßen legt er sein eigenes Zeugnis dafür ab, dass es eben nicht immer nur gepusht und poliert sein muss, um zu funktionieren, weil derartige Musik einst, bevor der schimmlige Dollar gewittert wurde, auf genau diesem Niveau die richtigen Leute begeisterte. Leads pfeifen klassisch, Drums klappern nahezu debil rhythmisch, alles scheppert sehr roh aufeinander ein und Joel nutzt seine Stimme, um versoffene Igel und Drahtbürsten mit Rostbesatz auszukotzen. Der Scheiß ist richtig geil, macht er uns doch auf so profane Weise klar, wo wir herkommen und ergo auch hingehören, in die Gosse! 
8/10

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