Thursday, May 9, 2013

M.D.K. - Into The Pussymorgue - Cd / Bizarre Leprous Prod.



Frauen haben es nicht leicht, schon gar nicht, wenn südamerikanische Galane ihre heiligen Zonen zu Begräbnisstätten erklären. Kann sein, dass der Brasilianer als solcher ein aktuelleres Bild femininer Bedürfnisse und anatomischer Grenzen hat, als der Altweltler. Und da die dort was wissen, das wir nicht auf dem Schirm haben, saugen wir die Erfahrungen und Weisheiten wie ein trockener Schwamm auf und lernen begierig dazu. Das vorgeschlagene Lehrmittel von M.D.K. ist folgendes: Man hänge versuchsweise einen gummierten und durchsichtigen  Rüssel in die Klärgrube, stelle die Pumpe auf Ansaugen, erfreue sich an Rülpsen, Blubbern und Schlürfen, genieße das Aroma von Landliebe, betrachte die gärige Grütze, wie sie schwabbernd und zäh fließend im rostigen Tank abtaucht und nehme den Vorgang mit einem 20 Jahre alten Kasirekordi auf. Das Ergebnis kreativen Freischaffens ist nun Maßstab für 3 sexuell experimentierfreudige und wahrscheinlich partnerlose Kapaiken aus dem Urwald, und deren Fans natürlich, Maßstab für musikalisches „unter der Stange durch tanzen“. Jeder darf ins Mikro sabbern, in allen Tonlagen die durch umgepolte Verdauungsprozesse ermöglicht und ungewollt hörbar werden. Die Gitarre sägt primitiv im Keller, hält eigentlich immer nur ein Riff durch und hat den Sound einer verstopften Toilette in einem Schnellrestaurant. Der Drummer spielt Punk, und das reicht auch, und der Bass versteckt sich unauffällig 2 Blocks hinter der Schnellfressbude. Die Spitze der grindigen Evolution scheint weit weg. Nicht nur wegen der billigen Musik, auch wegen der blöden Filmintroschnipsel, die aus selber XYZ Kategorie stammen, wie die Musik selbst. Es ließe sich vor Scham blendend heulen, wenn die Mutter einen dabei erwischt, so was öffentlich in den Gehörgang zu verklappen.

Es ließe … wenn es da nicht die andere Seite gäbe! Denn so preiswert und unterirdisch am eigenen Intellekte rüttelnd das auch sein mag, Spaß macht es trotzdem. So ist das eben mit Gore und Porn und potentieller Selbstüberschätzung. Je rabiater gerüpelt wird, je feister übertrieben wird, umso ausgelassener sind die Reaktionen jener, die sich zu Stuhl und Urin, gespreizten Schenkeln und Haaren an anatomisch unmöglichen Stellen hingezogen fühlen. Wäre dem nicht so, M.D.K. würden nicht ein Dutzend Jahre und länger den Markt für debile Unterhaltung mit ihren Ergüssen segnen. Das Folterstudio aus Sao Paulo hat nun neben zahllosen Splitreleases zum 3. Mal Vollzeit geöffnet und lässt sie alle rein…oder vielmehr raus. Die Serienmörder mit ihren phallusgleichen Spitzhacken und Macheten, die kranken dieser Welt, die sich als gescheiterte Frauenbeglücker akkreditieren und versagen, dann als Racheengel in eigener Sache zurück kehren und sich so richtig ins Zeug legen, und all die Monster die gammliges Fleisch reißen, Pussys in Schweineblut kochen, zweischwänzig in allen Kanälen stochern, und, und, und. All diesen sympathischen Zeitverwesern setzen M.D.K. ein erneutes Denkmal. Dabei müssen sie sich nicht um ausgefeilte musikalische Belanglosigkeiten kümmern, müssen auf niemanden Rücksicht nehmen, einzig nur so viel Krach machen, dass sie die eigenen Kritiken nicht hören. Und tatsächlich ist diese Art Schrammelgore Unterhaltung und Abschreckung zugleich, ist auf künstlerischer Basis kaum eine Herausforderung aber als Entertainment für Heerscharen von schwanzgesteuerten Bekloppten eine feucht – fröhliche Offenbarung. Und da ich selbst meinen Platz im Gefüge von Vagina und Penis manchmal wanken sehe, weiß ich nicht so genau, ob das Kleinholzgehacke aus Brasilien nun empfehlenswert wäre, oder eher Gift für sensible Ohren. Ich denke beides – deshalb einen ungeliebten und wenig aussagekräftigen Querdaumen mit leichter persönlicher Sympathieerektion. 
6/10

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