Tuesday, May 28, 2013

PHLEBOTOMIZED - Devoted To God, Preach Etenal Gosples - Cd / VIC Records



Überaus passend zur Wiedervereinigung der niederländischen Kapelle PHLEBOTOMIZED hebelt VIC Records ein paar eher willkürliche olle Schinken in die Gegenwart. Die sollen uns wohl munter machen, und sensibel für das was da demnächst ansteht. Ich für meinen Teil reagiere da viel allergischer, wird mir bei Trommelfellberührung bewusst, warum die Band so lange nicht aktiv war (97) und es stellt sich viel mehr die Frage, was sie vom Heute eigentlich erwarten. Ihre Musik ist in ermüdendes Versatzstück aus Death Metal, Doom und vereinzelten Grindirrläufern. Ohne rechte Stimmung, dafür aber mit einem Keyboard, dass alle Umgebungsgeräusche zu imitieren weiß, das geht bis hin zur verrosteten Plänterwaldachterbahn aus „Spuk unterm Riesenrad“. Viel zu oft bis hinter den Horizont gestreckt, wabern manche Stücke in der Unendlichkeit des Erträglichen, verlieren sich im Dudeln und Schrammelmusizieren. Ich denke ich weiß warum das einst keinen Bestand hatte, als sie zusammen brachen, war der komplette Death Metal am Ausdünnen, und dass es viele Semierfolgreiche traf, wahrscheinlich auch zahlreiche musikalische Individualisten, Grenzgänger auf der Schlangenlinie zwischen „mach ich“ und „kann ich“, ist zum Teil bedauerlich. Das andre Teil sagt aber auch, dass es die Richtigen erwischt hat. Wäre das nicht geschehen, hätten wir eine noch viel undurchschaubare Situation als heute und PHLEBOTOMIZED würden in Hallen mit 20 Besuchern spielen, genau wie Cannibal Corpse oder Amon Amarth. Danken wir uns selbst, dass das nicht so ist, wissen wir doch heute schon lange nicht mehr, wo wir überall hinrennen sollen, um zu sehen, was uns gar nicht mehr interessiert. Die Holländer sind aufgrund ihrer eigenwilligen Musik just durch das Raster gefallen.
Mit dem Keyboardteppich, der als Imitator im Lokalfernsehen auftreten könnte beweisen sie nicht immer ein glückliches Händchen, mittelalterlich, wabernd, quietschend, harmonisch, schwülstig, sphärisch und gekünstelt episch, das war zu viel und ist es bestimmt heute noch. Und dann diese aufgesetzten Endlosschleifen. Das nicht mal unbedingt in kompositorischer Hinsicht, aber Tracks wie „Preach Etenal Gosples“ ist einfach zu zäh, um wirklich jenseits der 10 Minuten noch was reißen zu können. Für echten Death Metal, in deren Tradition und an dessen Anfang die Band in ihrer Heimat auch stehen, ist das Getöne  der alten Kamellen erstaunlich harmlos, straffer und kompakter, das hätte ein Rezept für Beständigkeit sein können. Die konnten ihre unterschiedlichen Geschmäcker im demokratischen Bandprozess offenbar niemals ordnen und irgend so ein Penner hat das Piano anschleppen müssen.
Die Neuveröffentlichung enthält nun Demo und Ep Krempel, inklusive verzichtbarer, weil grauenhaft klingender Livemitschnitte. Ich bin mir nicht sicher, ob unbedingt jeder Brotkrümel aus der Ecke gekehrt werden muss, um im Scheinwerferlicht noch mehr Substanz zu verlieren. Gut, das hier geschieht wie erwähnt im Zuge der Reformierung ebenjener Hanseln, die dafür verantwortlich zeichnen, dass ich in diesem Zusammenhang Tasteninstrumente sackgängerisch finde, aber ob das ausgewählte Material letztendlich repräsentativ genug ist, der Band noch mal Auftrieb zu geben, das bezweifle ich genauso wie die Existenz von Sauriern auf einsamen Südseeinseln. Ungeachtet externen Stirnrunzelns beackern VIC Records den Markt mit ihrem neuen Schützling flächendeckend und kaschieren, so wie sich das für ein engagiertes Label gehört, die qualitativen Dissonanzen der Band. Diese Compilation zumindest ist langweilig bis gar überflüssig, hätte mit einer anderen Titelauswahl wohl aber auch nicht besser da gestanden.   
Ohne Wertung

No comments:

Post a Comment