Wednesday, May 8, 2013

SEPTICOPYEMIA - Supreme Art Of Genital Carnage - Cd / Bizarre Leprous Prod.



Obacht mit der Frauenquote und dem ständigen Genörgel von Nörglerinnen gegen konservative Specksäcke, den Kaspertanz sollten wir den Russen mal erzählen, die saufen sich vor Lachen ins Koma oder sperren aufmüpfige Feministinnenbrigaden ins Gulag zum Kartoffel schälen auf Lebzeiten. Wenn Frauen wirklich was zu melden hätten, dann würde es hier wie dort Sturmläufe gegen Bands wie SEPTICOPYEMIA geben, aber die Russen lassen die gewähren, und wir in unserem ungelenken Testosteronrausch dürfen als Humor verkauften intellektuellen Durchfall genießen. Und das machen wir gern, weil Gore und Porn cool ist, anständig primitiv und groovy zum Tanze bittet, mit aufgepumpten Genitalien maßlos übertreibt und bärtige Vollspacken genauso anzieht wie unterwäschewedelnde Damenbelegschaften. Dann ist es uns auch völlig egal, ob wir die Bands auseinander halten können, Hauptsache es rülpst, gurgelt und schleimt, es stampft und sägt unterirdisch tief  im Polkastep. Frauen sind halt Klischeehuren und werden missbraucht, wer’s für bare Münze nimmt, dem fehlt die innige Beziehung zu Dildotextern und Blutsäufern. Die nämlich haben alle keine Kufen mehr an den Schlitten und zu viele lose Holzdübel in den Dachsparren, das nimmt man nicht ernst, das schluckt man mit Bier und Schnaps runter. Das tun Männlein wie Weiblein und gehen sich nicht ohne gegenseitiges sympathiebekunden an die Wäsche. Dieser Gore und Nackedei – Scheiß ist ein wahrer Freudenspender, macht immer wieder Spaß, bringt das Opferpublikum zum kollektiven Durchdrehen, zu albernem Tanzbeinverknoten und garstig bis debilen Minenspiel. Das ist Gerumpel mit Unterhaltungswert jenseits irgendwelcher musikalischer Ansprüche, kompositorisch wie lyrisch. Die Knallköppe klingen im Grunde alle gleich, da machen auch die verdrehten, selbstgefällig überpotenten Russen von  SEPTICOPYEMIA keine Ausnahme. Die stehen drauf, Gullys und Toilettenspülungen als Frontschweine zu vergattern, harmonisieren zwischen drin gern mit Pitshifter und lassen auch nicht das letzte Hemd an ihren zur nackten Verdammnis bestimmten Textopfern. „XXL – Scrotum“, Hodenbruch mit Ansage, oder totale Selbstüberschätzung, so klingen die Titel. Da ist ein schmerzfreier Intellekt von Vorteil, oder besser gar keiner. „Fistfuck Carnage“, na welche Dame, dem Manne aus ausgewählter Rippe kreiert, würde sich darüber nicht freuen, den Einkaufsbummel sausen lassen, die Seifenoper vergessen und andere Stereotype auslassen? „Razorcunt“, das könnte dann der Reverse – Gangbang werden, wenn auch der maskuline Kombattant mal auf den Pfad der Tränen geschickt wird. So rauscht und knüppelt, hüpft und schreddert das ca. 25 Minuten lang, mal mit Vollgas ins sexuell verklärte Chaos, mal mit Swing ins feuchte Biotop verquerer Fantasien, aber immer mit tiefgelegtem Gitarrensound und viel brutalem Fleisch auf den schwingenden Hüften des Augenzwinkerns. A – nette halbe Stunde, die uns, wen wir den wollen, durch alle schlüpfrigen Unbilden russischen Untergrundsexualforschung führt, die sich nicht die Bohne von holländischen, deutschen, tschechischen Schweinemästern und Schwengelschnüfflern, Bekloppten und synthetisch oder aber biologisch Erheiterten unterscheidet. Der Focus liegt in der Unterhaltung der Massen, und die Masse ist bekanntlich mit wenig zufrieden zu stellen. Solange Extreme ausgereizt werden, über die sich Andere aufblasen können, die den anrüchigen Hauch des gesellschaftlich Verpönten haben, ist das Aufwiegelei zum Massenbums genug. SEPTICOPYEMIA machen das schon richtig, schleppen uns eingängig und offensiv ihren ganzen Dreck in die Stube und wir wälzen uns mit Vergnügen darin herum. Ernsthaft! 
7/10

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