Sunday, May 5, 2013

SEVERE MUTILATION - Spawn Of Hatred - Cd / Khaosmaster



Dem Sog von SEVERE MUTILATION zu unterliegen ist wie ungeschützter Sex mit einem Rasenmäher (aus maskuliner Perspektive mit genug Akenit unter der Haube, dass der Rausch für 2 Leben und unzählbare und unvergleichliche Katzenjammer reicht). Das zieht immer fester und unerbittlicher rein, Schmerz wird zu Lust und am Ende ist nichts mehr übrig, das sich wieder rauszuziehen lohnte. Deshalb können die geschredderten Rester auch gleich stecken bleiben und einen zweiten Gang versuchen. Also trotz eigener körperlicher und seelischer Verlustprognose ist das 2. Album der Band aus Puerto Rico keine Instantgeschichte. Kann es auch kaum, da sie mit intelligentem Songwriting Bestandteile von den Großen der Szene adaptieren. Das Hauptaugenmerk liegt auf traditionellem amerikanischem Death Metal von Cannibal Corpse über Suffocation bis hin zu Monstrosity. Der Einfluss polnischer Bands wie Vader und alten Decapitated bleibt auch nicht verborgen und zusätzlich werden Riffattacken geritten die den unverwechselbaren Slayer – Stil verehren. Alles richtig gemacht und das Boot mit scheinbarer Leichtigkeit auf die richtige Seite der Strömung geschippert, die für gewöhnlich die Unbedeutenden ins Land des Vergessens und Verrottens trägt. „Spawn Of Hatred“ ist technisch nicht dumm, überzeugt mit brachialer Soundgewalt und blastet gern lokale Bananenplantagen zu Affenknochen –Daiquiri. Was sie vielleicht nicht so ganz hinbekommen, ist ein Ausrufezeichen zu setzen, ein Anker und akustischer Blickfang mit Wiedererkennungswert. Dafür liegen die einzelnen Stücke qualitativ und kompositorisch viel zu dicht zusammen. So ziemlich jeder dampft mit angenehm zügigem Tempo durch den Raum, der Drummer ist permanent gefordert und liefert auch einen vorbildlichen Job ab, hackt sein Kit mit äußerster Präzision zu Holzmehl. Zudem belfert der Frontmann mit solcher Inbrunst, dass jeder Hundehütte die Köter ausgehen. Und wenn es dann die Verdachtsäußerung einer Pausenahnung gibt, dann legt ein Thrash Riff den Schattenspender wieder in den Sturm. SEVERE MUTILATION gönnen sich selbst keine Ruhe und haben möglicherweise deshalb verpasst, einen rechten Aufhänger für das Album zu produzieren. Ernstlich kritikwürdig ist das letzten Endes wohl nicht, denn der Ehrgeiz und der Spaß den die Band mit dieser Scheibe hat, ist auch ohne den einen Hit unüberhörbar. Zweifelsohne vögeln die ihre eigenen Rasenmäher blutig und feilen mit ihren strammen Organen jedes Messer stumpf. Was auch sonst macht man so den ganzen Tag in der Karibik, wenn nicht Death Metal hören und Sex haben mit Gartenutensilien. Aus dieser Kombination ergeben sich einzigartige Möglichkeiten. Möglichkeiten die wunderbare Klischees von brutalen Debilen mit frauenfeindlichen Bildern in spaßbetonten Köpfen schwanger tragen. Von zerlegtem Feminismus in der Gartenlaube, vom Überpenis der willigen Weiblichkeit zu Brei prügelt, kreative Steilpässe gibt es zu Hauf. Sollte man annehmen, doch SEVERE MUTILATION lassen naheliegende Vorlagen komplett links liegen und teilen uns lieber durch echte Überzeugungsarbeit mit, dass Gott tot ist und beweisen das eine knappe halbe Stunde lang. Dieses Referat aus Blei und Raserei, aus zerebralen Orgasmen und durchblutungssteigernder Leidenschaft überzeugt tatsächlich. Und wenn wir ehrlich sind, ist es völlig unerheblich, welches Klischee bedient wird, Hauptsache wir kriegen eins, mit dem wir umgehen können. So lasset uns ein paar Kreuze umdrehen, Satan vergessen und die Institution lieber kritisch hinterfragen, so wie es die Freunde von der warmen Bananeninsel tun. 
8/10

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