Thursday, May 30, 2013

SWAZAFIX - Anthem Of Apostacy - Cd / VIC Records



Florida Death Metal Frischzellenkur im Zuge der langatmigen und glücklicherweise selten langweiligen Old School Welle? Ansatzweise doomige Schwerlast im Todeskittel nach Van Drunen Art? Das ließe sich annehmen und klingt auch cool. Tatsache aber ist, dass SWAZAFIX eine völlig unbekannte niederländische Death Metal Kapelle waren, die es 91/92 lediglich auf 2 poplige Demos geschafft haben, deren Sänger 98 verstarb und dann auch Ruhe im Karton war. „Anthems Of Apostasy“ entpuppt sich somit als Neuveröffentlichung alter Kadaver. So wie viele, aus mir häufig unerfindlichen Gründen, eine frische Lackierung für abgestandene Resterpaletten bekommen, geschieht das halt auch mit den käsigen Frühneunzigern. In deren Falle aber ist die Idee gar nicht so schlecht, steht die Musik nämlich verdammt kernig auf stählernen Hufen, Tardy und seine hübschen Kumpane hätten pure Freude daran. Da die kein Aas mehr kennt (nicht Tardy & the playboys), deren Musik aber beachtenswerte Qualitäten innehat, von brutalen Midtempo – Riffs bis hin zu technischer Standfestigkeit, von klassischen Solis bis zu qualvoll hervorgewürgten Stimmbrüchen, wäre der Dauerverschluss in einer staubigen Kellerkiste reinste Blasphemie. Die Erbschaft der 4 beläuft sich auf gerade mal 8 Stücke, was immer noch mehr ist, als bei so mancher Zwangsräumung nach Leberversagen und unerwartetem Tod eines geliebten Familienunholdes. Hier geht zumindest der Spaß nicht auf Abwege, tönt Frontkauz Theo (RIP) mit so viel Inbrunst aus allen Schalllöchern, dass ihm die Freude am krawalligen Provozieren durch die vergangenen Epochen immer noch anzuhören ist, als brüllte er seine Weisheiten justo momento in den Äther. Dicke Gitarrenbretter sägen im Obituary bis Asphyx Stil, und darunter lässt sich ein finaler Pinselstrich klecksen, denn mehr gibt es nicht zu sagen. Hätten die mal mehr Luft gehabt, einen gewissen Status hätten sich SWAZAFIX mit Sicherheit erspielen können. Der mangelnde Erfolg mag mit Theo Lohmanns Vorgeschichte mit Asphyx zusammen hängen, aus deren Schatten er niemals raus gekommen ist, deren schwere Bürde er mit sich herum trug, und die unter musikalischer Einflussnahme wie eine dicke Wolke Blei und Verderben auf sein neues Projekt niederregnen ließ. „“Crush The Cenotaph“ grölte er in die verschreckten Volksmassen. Späterhin und auch bei diversen Versuchen, bei Asphyx wieder heimisch zu werden, kehrte dieses Hoch nie wieder zurück. Vielleicht waren SWAZAFIX auch nur so was wie ein Alibi, denn ohne ihn lief mit dem Rest der Truppe ja auch nichts mehr. Wie ernst die Band also tatsächlich zu nehmen war, steht in Frage, stieg und fiel deren Schicksal so offensichtlich mit Theo Lohmanns. Diesen Abstecher seiner außerasphyxialischen Aktivität gilt es trotzdem Ehre zu erweisen, muss sich die Musik nicht hinter der Wurzel der eigenen Generation ducken. Die Demos waren ein Parallelereignis zu Asphyx und deren Zementierung in der Szene, musikalisch absolut gleichwertig, fressen beide Köter doch aus demselben dreckigen Topf denselben rotten Fraß. Schließlich hat Theo für beide Acts die Songs geschrieben, da ist keine allzu schmerzliche Kehrtwende zu erwarten oder zu befürchten. Ich hätte mir gewünscht, wenn ich mir das im Nachklapp so anhöre, dass es für in richtiges Album zur Zeit und für eine Bühnenpräsenz gereicht hätte, die es auch auf den teutonischen, ländlichen Raum geschafft hätte. Dem ist aber nicht so, und was übrigbleibt sind ein paar Happen, die bisher niemand fressen wollte und uns nun mit all den anderen Überflüssigen und zu Recht Vergessenen, das Verfallsdatum längst im Jordan versenkt, vor die Füße gekippt werden. Da wenigstens diese Reanimation meiner Überzeugung sicher ein kann, bücke ich mich. 

Den Bandnamen haben sie sich wohl aus einem Carnivore Song entliehen (Jesus Hitler), wo das Wort in einem übermäßig provokanten Kontext steht, und die Band hat das augenscheinlich gern angenommen. 

Eine unpolierte Perle für Nostalgiker – bleibt ohne Wertung

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