Thursday, May 2, 2013

THOUSAND YEAR WAR - Kingdom Of America - Mcd



Begeisterungsstürme und Winterstürme haben eine grundlegende Gemeinsamkeit, sie lassen den Boden unter den Füßen verschwinden, sorgen für Verwirrung und entziehen den Opfern den Bezug zur Realität. Da wo der eine eisig pfeift, sollte der andere in Watte packen, aber die Gefahr die von beiden ausgeht, ist dieselbe - kalte Füße!

Mit Winterstürmen müssen THOUSAND YEAR WAR leben, kommen sie/er doch aus Alaska(Bandgründer und Initiator Hiram Lohr). Begeisterungsstürme hat er sich noch nicht wirklich verdient. Schon der Opener der Ep erschreckt, hat man´s im Vorfeld nicht gehört und nur drüber gelesen. Denn da werden Namen wie Amon Amarth und Hypocrisy als Referenzen ausgewiesen. Das jedoch kann nur ein rudimentärer Verweis auf skandinavische Schlachtgesänge, Heldenepen und dunkelstes Gespinst ein. Denn die Band aus dem asnder4en kalten Norden wagt einen Spagat zwischen der alten Welt und modernen Metalvariablen, hat also auch viel von Teenie – Coregeist. Und das kann gewaltig auf die Laune drücken. Die Basis dieser eigenwilligen Mischung ist fast immer ein melodiöses Grundgerüst, das von meist unauffälligen Riffs auf Touren gebracht werden soll, und so den Songs verschiedene Tempovariablen zur Verfügung stellt. Und ganz so schlimm wie der erste Track der Ep das vorträgt, den könnte man glatt an einen Rocksampler für Hörsturzpraktikanten verschenken, wird es dann doch nicht. Der Spaßfaktor bleibt allerdings ziemlich auf der Strecke, da die Nummern häufig nur anstrengend und zerfahren wirken. Und um an Hypocrisy heran zu reichen, klingt das wieder zu unbeschwert, für Amom Amarth zu kraftlos. Sympathisch wird es erst, wenn man weiß das mit dem Titel dem amerikanischen Patriotismus zu Leibe gerückt wird und zumindest hier ein ansprechend gesundes Weltbild vorherrscht. Die Einstellung mag einiges an musikalischen Mankos wieder ausbügeln. Und der Band fehlt es nicht an Musikalität, nur an Geschick alles auch homogen zusammen zu fügen, oder auch den Mut, ausreichend Härte einfließen zu lassen. Wenn es zwischendrin zum Power Metal abdriftet, wird s richtig peinlich. Aber so ist das, wenn nur einer schreibt und keiner mittut. Unterstützt wird Hiram momentan ja lediglich von Demonical’s Fredrik Widigs an den Drums. Genau genommen handelt es sich bei THOUSAND YEAR WAR  also wohl eher um ein Ego – Projekt als um eine echte Band. Als zusätzliches Posen wagen er sich an „London Dungeon“ von den Misfits heran, was so gar nicht zum Stil der Band passen will. Das wird dann aber auch der Song, der am straffsten mit dem Beutel schwingt, der nicht zwanghaft auf der Suche nach noch mehr überflüssigem ist. Das Original ist natürlich besser. Und ich glaube wie sehr die Band oder eben Hiram vom Produkt auch überzeugt sein mag, kalte Füße hat er trotzdem. Warum auch sonst kann er sich nicht so recht entscheiden wohin die Reise geht. Das Konzept macht einen ziemlich fahrigen und zerrissenen Eindruck, bei allem künstlerischen Streben und dem Talent, dass dem Herren innewohnt, kommt es nicht zum Tragen. Da können noch so endlos lange Melodien in den frostigen Nachthimmel geschraubt werden wie Bohnenranken, oder nutzlos  mit aggressivem Aktionismus gebuhlt werden, der Zündfunke, der das viel zu unterkühlte Unterfangen auftauen könnte fehlt definitiv. Es mag daran liegen, dass er versucht mehrere Stile und Epochen aus dem Stehgreif zu verbinden und Dinge zusammen fügt, die sich in der Realität nicht vertragen. Es kann aber auch sein, dass er einfach zu viel von den Fans fordert. Noch mal, es liegt weniger am musikalischen Können, vielmehr daran, dass er sich Sachen zumutet, die keiner wirklich haben will. Schade eigentlich. Hier geht´s zum Selbsttest: https://www.facebook.com/tyrantsandmen  
 5/10

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