Tuesday, June 18, 2013

DARKALL SLAVES - Abysses Of Seclusion - Ep / Kaotoxin Records



DARKALL SLAVES   aus einer kleinen französischen Enklave innerhalb des tönernen Riesen Europa poltern seit mindestens 8 Jahren durch die Union, ohne etwas tatsächlich Marktreifes präsentiert zu haben. 2008 gab es mal eine Ep, dann fiel das Bandkarussel um, wie die Stabilität der hochgerühmten Wirtschaftsgemeinschaft. Im Gegensatz zur omnipotenten Allgegenwärtigkeit raffen die Franzosen sich aber immer wieder auf, und backen kleine Brötchen, mit denen sie sich und uns das Maul auf vertretbare Weise vollstopfen können. Gitarre, Bass, Schlagzeug, alles war renovierungsbedürftig, obwohl Abnutzungserscheinungen nicht an die Öffentlichkeit drangen. Auch ein Unterschied zur bevorzugten Bankenpolitur im großen Stile. Die Band sucht sich in Eigeninitiative neue Mitglieder, das Wirtschaftsdesaster nimmt den Elsterglanz der eigenen Mitglieder, um alles augenwischend auf Politur zu wienern. Aber noch sind auch die Musiker am präsentieren und existieren, kommen sogar mit dem mageren Repertoire ganz gut rum. Nun steht die 2. Ep im Regal, schreit von dort aus lauter, als mancher Amerikaner, dem die Brutalität in der Kunst der Abartigkeiten wie ein 2. Kopf an den Arsch gewachsen ist. Pathology tönt es kräftig. In technischer Hinsicht, in punkto wie blöde den Putz von der Wand dreschen und auch im Versuch die Produktion auf maximale Schärfe zu schleifen. Ob es diesmal reicht, um eine etwas breitere Schar an Debilen für den Kampf gegen den guten Geschmack zu gewinnen, steht genau so fest wie ein einbeiniger Flamingo auf einer Alligatoreninsel. Ein plakatives und dezent bearbeitetes TCM Intro aus der Bay – Area  und nachfolgend 2 knappe Songs sind trotz qualitativer Hochspannung unterm krummen Strich zu wenig, um eine Dauerbeschallung zu rechtfertigen. Gerade mal hungrige 9 Minuten, genauso lange, wie ein Ei unerträglich blau zu kochen. Ursprünglich wollte die Band das so auch gar nicht veröffentlichen, waren die Stücke doch lediglich als Vorproduktion des seit langem umkämpften Debütalbums gedacht. Aber Kaotoxin waren berechtigterweise so überzeugt von dem kleinen Intermezzo, dass sie alle Bedenken wie abgenagte Knochen unter den Tisch gepfeffert haben und kurzerhand aus aus dem Testlauf einen Prototyp machten, den es wohl lohnt, in die Ladenmitte zu schieben. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wird die Ep wohl auf dem in nebliger Zukunft erscheinenden Album wieder auftauchen. Etwas, das dann den Zweck des Anheizers karikieren würde. Aber erst mal abwarten – Bier vor Tee!
Konzentrieren wir uns lieber auf den Moment, so bekommen wir 2 äußerst brutale und variable Laufschuhe, die den Träger mit absoluter Zielsicherheit ganz nach vorn in den Pulk der schwitzenden Spartakiadeteilnehmer schieben, und das Zielband in greifbare Nähe bringen. Wie ein an Demenz leidender Wirbelsturm grasen die Herren ihr Umfeld ab und demolieren alles, was aus der niedrigen Deckung lugt. Obertöne pfeifen wie scharfe Sturmspitzen über geduckte Häupter, das Schlagwerk ballert Kaskaden an Wut und Aggression an bröckelnde Vernunftsbarrieren. Die Girataren bleiben ganz angepasst in der Spur amerikanischer Träume, wetzen dort aber auf kreative Weise die vibrierenden Saiten. Als kleiner, irgendwie fast unauffälliger Kunstkniff weil kaum auffallender Selbiger, agiert die Band mit 2 hauptamtlichen Frontsklaven, die sich gern doppeln und deren Stimmlagen für meinen Geschmack zu dicht zusammen liegen. Als echtes Negativum bleibt das dann jedoch zu unbedeutend.
Spaß am Gesamtpaket werden alle haben, die gern den Prügel vor die lahmende Pfeife bekommen, Qualität erkennen und auf Klischees stehen. Schmerz kompensiert Kürze! 
7/10

1 comment:

  1. Thanks guys :) There's only one singer on this EP, the second singer (Moots) was not able to record the EP (he is in Australia). That's why the 2 voices sounds similar ;)

    ReplyDelete