Friday, June 14, 2013

ETERNAL REST - Prophetic - Cd / Deepsend Records



Es gibt Bands, die können mit untergegangenen Kulturen prima umgehen, die verbreiten antiken Flair und lassen schrundige Sandalenfilmmythen wieder aufleben. So wie Nile das schon immer machen und ADE erst kürzlich. Da bröckeln die Pyramiden unter dem Schrei allmächtiger Göttlichkeit, oder Gladiatoren begehren gegen das Imperium auf, alles sehr plastisch in Death Metal verpackt und mehr als nur glaubhaft transportiert. Na und dann gibt es eben jene, die mit den besten Ansichten und starken musikalischen Voraussetzungen daher kommen und wie ein alter Pistenklepper auf halber Strecke liegen bleiben. Manchmal nützt das größte Talent wenig, wenn im Zusammenspiel Mittelmaß herrscht, wenn aus grandiosen Einzelideen eine seelenlose Aneinanderkettung entsteht, die Individualität verspricht und Brackwasser in die Schale gießt. „Prophetic“ von den Australiern ETERNAL REST ist so ein Beispiel, denn es greift einfach nicht wirklich, bewegt sich zwischen Technik, Brutalität und historischen Fluchtversuchen, ohne Spuren zu hinterlassen. Dabei sind die einzelnen Komponenten wie erwähnt überaus gewissenhaft geschrieben, stecken voller verspielter Möglichkeiten. Und doch erscheint eine komplette Scheibe nur aus lose zusammengeheftetem Stückwerk zu bestehen. Leadgitarren drehen sich in perfiden Solis und tun das für sich allein, Riffs, die antike Filmkulissen entstauben, pusten allein über das Set. Und die echten Death Metal Riffs sind leider meist belanglos und austauschbar. Manchmal verläuft sich eine sinistere Atmosphäre in dem Gewirr und dezente Black Metal Nuancen rotzen ihren schwarzen Schleim durch die Death Metal – Bildungslücke. ETERNAL REST versuchen so manches Stück zu oft umzustoßen, so dass der positive Fluss ins Stocken gerät und Nummern, die eigentlich den Nacken mit Leichtigkeit überstrecken könnten, den Biss rauben. „Infernal Reign“ ist so eins, dort wo es mit unverminderter Härte punkten könnte und ein großartiges Grundriff als Basis für den ultimativen Schlag verwenden könnte, versandet das Stück alsbald in gesichtsloser Monotonie. Was ich auch nicht unbedingt als geschickt erachte, ist die Herausnahme des Tempos, an Stellen an denen es durchaus krachen könnte. So berauben sie sich manchmal selbst ihrer Effektivität. Herauszuheben bleibt immer die Leadgitarre, auf der so mancher Ritt Spannung erlebt, das allein reicht aber nicht, um ein ganzes Album zu tragen. Und so plätschert die Welt der Vorväter von Kultur, Sport, Unterhaltung und Philosophie, die Welt der Kriegsführung, Unterdrückung, der frühgeschichtlichen Demokratie und Zeiten überdauernder Architektur an uns vorbei, wie ein Wanderzirkus. Die berühmten Charaktere, von Ramses bis Cäsar ziehen mit blassen Gesichtern durch die Schatten und werden zur bärtigen Frau und dem Amphibienmann, zu Abziehbildern ihrer tatsächlich verdienten Präsenz. Schade ist das Resümee auch deswegen, weil die Milchbärte gute Musiker sind. Aber vielleicht finden sie das Rezept zum  Erfolg noch irgendwo. Unter Stapeln von leeren Lagerbierdosen, unter versifften Matratzen oder aber bei denen, die es vorgemacht haben. Suchet fleißig und erzürnet die Götter nicht, sonst kommt Anubis daher und bettet euch zur ewigen Ruhe.
Was dem Album zur Fürsprache gereicht, das ist das durch Anwesenheit auffallende Talent der jungen Musiker und die Hingabe mit der sie leider nicht immer alles auf den Punkt bringen. Billig und oberflächlich ist die Rinde bestimmt nicht, irgendwie nur nicht zu Ende gedacht, weil die Augen blau sind und hinter den Ohren feucht – grünes schimmert. Es wäre schade, würden sie ihren Weg nicht noch pflastern können und mit festem Tritt, in die Eier der Zweifler (von mir aus meine auch) treten. 
6/10

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