Thursday, June 27, 2013

THE VEIN - Scouring The Wrekage Of Time - Cd / Shadowkingdom Records



Episch soll´s sein, Doom der Extraklasse, eines der besten Produkte auf dem Markt. Der Pressetext könnte auch aus einer Teleshopping Verarscheshow stammen. So dick aufgetragen, und dann bloß eine leere Hülle, alles Staffage. Dass Doom behäbig ist, das liegt in der Natur der Dinge, geht nicht anders und macht anders auch keinen Sinn. Der Fleischer verkauft ja auch keine als Frischfleisch deklarierten Rester vom Abdecker!...? THE VEIN tun das aber ganz bewusst, die Musik ist so oberflächlich und altbacken, dass jede Schülerband nach nur einem Joint solch billige Riffs im Handumdrehen drauf hat. Gähnend langweilig und ereignisloser als manche Bettgeschichte. „The Poison Chalice“ ist die größte Frechheit, so ein popliges Gitarrenmissgeschick vergisst jede Kellercombo nach der 2. Probe sofort wieder, da sie davon peinlich berührt sind. Somit ist auch die angestrebte düstere Atmosphäre zur Sau, da es alberner kaum noch geht. THE VEIN bieten nichts, was andere nicht auch könnten, absichtlich aber nicht auf das Tablett packen, da die meisten Musiker damit maßlos unterfordert wären. Und somit stehen die Amateure aus Dänemark ziemlich verloren da, kommen mit nicht einem Stück aus dem Pott und rühren den Quark auch noch so lange auf, bis die Geduld flockig wird. Dieses Album funktioniert nur, wenn man einfach gestricktes mag, die eigene Gitarre ein Schattendasein bei „Smoke On The Water“ fristet und noch nie finnischen Depridoom gehört hat. Die Alkis dort oben wissen nämlich, wie man die Stimmung in den Keller treibt, ohne dabei überflüssige Musik zum Fenster raus zu katapultieren. „Scouring The Wreckage Of Time“ besteht aus meist sehr langen Stücken, was grundsätzlich in Ordnung ist, in diesem Fall aber zu einer echten Herausforderung mutiert. Es gibt eine Rhythmusgitarre, die den verschnarchtesten Patienten aus den Federn holt, die so ausgekauten Rumpelkram von den Saiten schüttelt, dass ich mich fragen muss, ob denen nicht auffällt, dass auch der kleinste Krümel den wärmenden Strahl der Inspiration um Lichtjahre verpasst. Die Bassspur ist ganz gut, der knäckert immer mal relaxt wie Easy Listening im Fahrstuhl, das ist verträglich, wenn auch in diesem Zusammenhang genauso daneben, wie der Rest. Dann schwabbeln gewöhnliche Keyboardteppiche über den Set, mottenzerfressen vom Abrieb der Zeit. Melodien aus dem Finsterforst sind zusätzliche Beigabe, und kaschieren die Rhythmusgurke recht passabel. Da steckt wohl der einzige Kandidat dahinter, der noch irgendwie versucht, was zu reißen. Auf verlorenem Posten jedoch bricht jede Front früher als später, und Guerillataktik gegen das eigene Lager macht auch keinen Sinn. THE VEIN ist leider ein Werk entglitten, auf das sie nicht stolz sein sollten, da es viel zu bieder und musikalisch überhaupt nicht ansprechend daher wackelt. Es fehlt an Überzeugungskraft, an Energie und der sinistere Touch entsteht auch nur, weil der Schlafwagen durch die lyrische Nacht bummelt und krächzenden Kehlen nicht gerade schöngeistiges vermitteln. Zu allem Überfluss steckt das Album noch in der Wiederholungsschleife, so dass selbst in der Vorschule die Knirpse mit klassischer Konditionierung unterfordert wären, da auch die schnell mitbekämen, wo der nächste Anschlag sitzt, wann der nächste Rhythmuswechsel kommt. Mit dem Sound lässt sich noch versöhnlich mitgehen, einige Leads stechen positiv heraus, aber das ist dann auch schon das Ende des Liedes. Wären die Stücke von THE VEIN genau so kurz wie die Positivliste, hätten wir uns einiges ersparen können. Hütet euch vor Langeweile und dem großen Nichts, geht Bier trinken, beglückt euren Partner, oder klickt im Netz durch die Pornokanäle! Arsch kratzen mach sogar mehr Sinn! 
3/10

No comments:

Post a Comment