Thursday, June 13, 2013

ZAFAKON - War As A Drug - Cd



Es gab einmal eine Zeit, die sich heute in den Schatten verbirgt, von der nur noch die Alten mit Andacht flüstern. Vieles was einst war scheint verloren, da immer mehr gehen, der sich erinnerten. Die Welt war im Wandel, zu spüren im Plattenschrank, zu spüren auf der Bühne, zu spüren in den Ohren. Alles begann mit dem Schmieden neuer, härterer und viel roherer bleibeschichteter Versprechen. Sie wurden gegeben an die versoffensten, engagiertesten, rüpelhaftesten und talentiertesten Musiker aus Schweden, Südamerika, USA und Mitteleuropa. Musiker im Geiste unsterblich und nicht die Spur rein in ihren Seelen. Versprechen an eine prosperierende Zahl von Anhängern, großen Enthusiasten und geschickten Alkoholzerstäubern. Das Versprechen barg den Willen und die Stärke einer neu aufflammenden Szene. – Doch sie wurden alle betrogen. Denn im Lande der Reizüberflutung, der Misswirtschaft, der Kommerzialisierung, dort wo plötzlich der Mammon als monotheistische Göttlichkeit erwuchs, schmiedete der dunkle Herrscher des schnellen Geldes seinen eigenen Verführer. In ihn floss Grausamkeit und Bosheit und sein Wille, das Leben aus der jungen Blüte zu saugen. Mit dem Glanze des vergänglichen Erfolges sie zu knechten! Der Reihe nach gerieten die freien Künstler unter die Herrschaft des Neides und des Erfolgsdruckes, utopische Erwartungshaltungen ließen viele ihre Grenzen spüren, und schon nach wenigen Jahren begann das große Sterben. Doch einige leisteten Widerstand. Ein letztes Bündnis aus Idealisten und wahren Gläubigen zog in die Schlacht und kämpfte zwischen Bühne und Biertresen um die Freiheit. Der Sieg war nahe, doch die Macht der Versuchung konnte nicht gebrochen werden. Denn die Herzen der Menschen sind leicht zu verführen und der Würgegriff der Macht besitzt einen eigenen Willen. Und was nicht in Vergessenheit hätte geraten dürfen, ging verloren. Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos, Und eine Generation lang wusste niemand mehr um das Aufbegehren. Dunkelheit legte sich über den Wald der Welt. Gerüchte wurden laut über einen Schatten aus der Vergangenheit, ein namenloses Wispern ging herum und die nächste Generation spürte, dass ihre Zeit gekommen war. Das nun  nennt man leichtfertig Revival oder Retro – Welle, und der Erfolg kommt zurück, das große Geld eher weniger. Aber seit Jahren hat sich eine neue Spezies von Krachmatten im Boden fest verbissen, die die Idee ihrer Vorväter atmet und teilweise mit ihnen zusammen durch die Lande tingelt, die manchmal für Spritgeld antreten, oder aber auch dicke Gagen einfahren. Tatsächlich davon Existenzen bestreiten, dass gelingt nur den wenigsten. Und zu eben jenen Neuankömmlingen mit den allerbesten Absichten gehören nun auch ZAFAKON aus Puerto Rico. Eine Band die den blauäugigen Charme ganz früher Death versprühen, als noch der „offene Sarg“ das Maß aller Dinge war, als Mantas noch in aller Ohren hallte. Sie knüpfen an eine Zeit, als Sepultura noch nicht den Groove und den interfamiliären Zwist lebten. Und sie gehören zu eben jenen, die mit Thrash Metal noch viel anfangen können, so als hätten sie den Wandel selbst mitgestaltet. Das was sie uns anbieten, ist wenig geschliffen, verbreitet den stickigen Geruch des Proberaums mit jeder Pore und wirkt so was von grundehrlich, dass ich gewillt bin, ihnen jeden Ton abzunehmen. Zusätzliche Unterstützung erfährt die Band von Joel Grind, Mastermind von Toxic Holocaust und das ist so was wie ein Ritterschlag aus der 2. Reihe. Was durchaus positiv zu verstehen ist. Würde sich ein Mr. Schuldiner aus dem Grabe erheben, um den Job zu übernehmen, wäre das natürlich eine ganz eigene Hausnummer. Aber ich denke auch so kann es nicht falsch seien, ZAFAKON mal in das eigene Stübchen zu lassen, weil sie Death und Thrash mit allem ihnen zur Verfügung stehenden Rückenwind durch den Äther pusten, weil sie gar nicht so nach Sekundäraufguss klingen, sondern viel mehr als hätten sie in den alten Zeiten ihr Krümelchen in die frisch gekochte Suppe gerührt.   
7/10

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