Thursday, July 18, 2013

DECAYED - IRAE - INQUISITOR - From The Underworld With Hate - Cd / Hellprod.



Vor ziemlich genau 50 Jahren sandte  der berühmteste Spion der Welt Liebesgrüße aus Moskau, lieferte mit „From Russia With Love“ eines seiner spektakulärsten Abenteuer im kalten Krieg ab. Intrigen, Verschwörungen, Welteroberungspläne, Verfolgungsjagden, Schießereien, internationale Kulisse, stahlharte Männer, allmächtige Schurken,  und begehrenswerte Frauen, der beste Bond aller Zeiten!

In Anbetracht dessen, ist es weniger verwunderlich, dass die längst überfällige Reminiszenz nun ausgerechnet von 3 portugiesischen (mehr oder weniger) Black Metal Bands kommt, sondern dass der Kniefall nicht schon viel früher in der einen oder anderen Form erfolgte. Aber Schwamm drüber, solange in Portugal die wahren Bondfans wohnen und sich der hehren Aufgabe annehmen, dem Schaffen des nimmer alternden Helden ein Denkmal zu setzen. Natürlich können sie es nun nicht „From Russia…“ nennen, das blasse Gesicht muss schon gewahrt werden. Also hört die 3 Way Split quasi auf die Umkehrung des Originals „From The Underworld With Hate“ Und natürlich sind die Blofelds dieser Welt im schwarzen Universum am randwärtigen Zipfel Europas mit dem ziegenfüßigen Fürsten gleichzusetzen. Ganz so plakativ und königstreu wollen und können echte Schwarzthrasher nicht agieren. Aber natürlich gibt es mannigfaltige Parallelen, die gewollt in Spiel gebracht werden. Zum Beispiel trägt der Held stets Uniform in Form eines tadellos sitzenden und stets porentief reinen Maßanzuges mit diversen Gimmicks. Und auch der Black Metal Fanatiker trägt seine Uniform, wenn auch meist mit weißer Malertünche direkt auf der Haut – porenverstopfend, wenn ihr so wollt. Die beim Agenten noch dezent versteckten Spielereinen für brenzlige Situationen zeigt der bleich Gewandte aber lieber öffentlich, wenn er sich mit Spikes und Knochen ausstattet um den Feind gleich abzuschrecken, anstatt ihn in falscher Sicherheit zu wiegen. Auch bewegt sich Bond scheinbar unsichtbar durch die Menge, tarnt sich mit Unauffälligkeit und nutzt die Menschenmasse um unterzutauchen. Desgleichen agiert der portugiesische Schwarzmaler, tarnt er sich im dunklen Forst als borkiger Waldschrat und macht einen auf einsamen Einsiedler, um der Öffentlichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Und die 2 großen Schwächen des smarten Britten teilen die Blackies auch, Spielsucht und Frauen. Denn vergnügungssüchtig sind sie allemal, wenn sie wie Bond die Frau als Objekt genießen und das Geld für wilde Spekulationen an der unheiligen Kollekte verbraten. Die wetten bestimmt auf den Weltuntergang, das Machtergreifungsdatum durch Satan und seinen Cameo – Auftritt im nächsten Spionageabenteuer. 

Wie ihr seht, sind alle 3 Bands ihrem Idol überaus treu, verehren sein heroisches Handeln, seinen ungebrochenen Mut und seine nimmermüde Ironie. Ganz Gentlemen für den einzig wahren Gentleman. Ob er das nun auch so verstehen würde, könnte er die harschen Töne aus schrundigen Verstärkern hören, bleibt spekulativ. Womöglich würde er aber eher an einen erneuten Übergriff eines Superschurken glauben und den Aston Martin tanken lassen, als dass er es als Würdigung seiner Arbeit begreifen würde. DECAYED würden ihm die teuer pedikürten Fußnägel horizontal kippen, wenn schrammeligster Black / Thrash bitterernst auf Angriff schaltet, die Tore zum Küchenpfuhl der höllischen Großmutter aufstößt und musikalisch auf absolute Authentizität baut. Billig, laut und ehrlich! IRAE könnten ihn darüber hinaus sogar dazu bewegen, einen Atomschutzbunker zu bauen, um seine Martini – Sammlung in Sicherheit zu bringen. Denn IRAE rütteln so eisig und zornig am norwegischen Gehölz, dass die Apokalypse nur noch eine Frage von 5 Sandkörnern ist. Da kann selbst er nicht mehr helfen. Letztendlich aber locken ihn INQUISITOR wieder hervor, musizieren sie doch um einiges versöhnlicher, thrashen wie die großen Teutonen mit Speed und Aggression, durch einen recht coolen Set. Schmier und Kumpanei lässt grüßen.

Am Ende freut es mich, dass der gute James auch in Portugal so viele Freunde hat, und ich hoffe, ich habe nicht zu viel Blödsinn erzählt. 
6/10

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