Wednesday, July 3, 2013

FaithXtractor - The Great Shadow Infiltrator - Cd / Deathgasm Records



In brüderlicher Eintracht hat es schon so manche Band geschafft, an die Spitze zu klettern…um sich dort oben zu zerreißen. Da wurde aus Familienbande öffentlichkeitswirksamer Krieg, und Kumpels und Angeheuerte setzt es sich verständlicherweise leichter vor die ewig schwingende Tür als die eigene Brut. Wenn es in die Hosen geht, dann aber richtig! Nun trifft das  längst nicht auf alle zu, denn Blut ist nun mal dicker als Wasser, und Mütter haben auch noch ein Wörtchen mitzureden, wenn der Nachwuchs Hörner bekommt. So denken wohl auch die Brüder Thomas aus Cincinnati und nehmen ihr 2. Album in Angriff. Erst mal unspektakulär und doch zielstrebig schleifen sie ihre Hörerschaft an den Haaren durch einen Set, der auf dem Premiereritt tranig und viel zu gewöhnlich mit der Nasse auf dem staubigen Parcours landet. Mit dumpfen Mid – Tempo Stampfern, ganz nach antikem Ausbildungsstand wissen sie erst mal wenig zu erzählen und zu überraschen. Das was sie sich da zusammen stelzen, lässt nicht zwingend Achtungszeichen über rauchenden Köpfen wachsen, lenkt eher die Konzentration auf den Zapfhahn, da es fix trocken im Hals wird. Um die Scheibe wirklich zu verstehen, bedarf es Mut und Ausdauer, aber ich denke, schon beim 2. Einlauf geht das Gebretter besser durch alle Zoten des guten Geschmackes. Tatsache ist, dass sie, warum auch immer, erst in der 2. Hälfte aufdrehen und ihren Spirit fließen lassen. Das beginnt mit dem Titelsong, der den normalen Trott rüde durchbricht, und als Doomnummer allein auf weiter Flur steht. Aber was für ein Schwergewicht das ist, düster, roh und äußerst stimmungsvoll. Jetzt wachen sie auf, auch wenn Doom in diesem Zusammenhang ein Paradoxon darstellen muss. Die Wende ist eingeläutet, sie stürmen zu zweit ihr eigenes Mauerwerk und packen unvermittelt Aggression und Drive in den Rest des Albums. Es geht flotter über den Todesacker, Stolperdrähte werden mit geschlossenen Augen übersprungen und eigenhändig verbuddelte Minen mit großer Geschicklichkeit umgangen. Dafür müssen sie nicht die größten Techniker vor dem Gebenedeiten sein, da reichen ihnen auch Riffs aus der Recyclingtonne um ihr eigenes Werk voran zu bringen. Am Ende steht eine etwas zwiespältige und nicht gänzlich überzeugende Death Metal Version im Rampenlicht, die 2 Brüdern zur Selbstbestätigung reicht, für die große Schwimmprobe im tiefen Teich aber noch ein paar Meter im flachen Wasser zurücklegen sollte. Die Solis sind klassisch und werden zunehmend filigraner, dafür ist die Rhythmussektion fast immer austauschbar. Die Drums bollern wie orkische Fantasy – Pauken, machen Druck und schmettern zum Blutvergießen. Da linst frech Master durch. Der Meister mit dem Bart muss deutlich als Vorlage herhalten, wird ausgeschlachtet, an einigen Stellen verunglimpft, an anderen deutlich verbessert. Inwieweit ich mich davon anstecken lasse, weiß ich selbst noch nicht, da es gewiss Akteure gibt, die den Bogen besser raus haben. Das Engagement der Brüder ist andererseits aber auch nicht zu überhören und wie gesagt, der Pegel klettert mit zunehmender Spielzeit in „Hab acht“ Stellung. Düster melodisch versuchen sie es, mit Leads die nicht unbedingt minimalistisch sind, aber den Spirit des primitiven Draufhauens immer noch in Sichtweite haben. Mit einem wachsenden Verständnis für das richtige Tempo und passende Arrangements helfen sie sich selbst gegenseitig über manch gratige Hürde und stehen am Ende vielleicht doch genauso da wie am Anfang. Aber das müssen die Thomas – Jungs erst mal aussitzen. Und wer weiß, wer die Rille ein halbes Dutzend mal in die Autoradioschleife stellt, der findet womöglich noch echte Perlen. 
6/10

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