Monday, July 15, 2013

SOLOTHUS - Summoned From The Void - Cd / Memento Mori



Ah, die Finnen wieder, das Land das die düstersten Europäer im Metalgenre beheimatet. Das Land mit der kongenialen Schulbildung und der maroden Infrastruktur, miesen Jobaussischen und durchschnittlich überproportionaler Alkoholikerrate. Mit so einer Mischung ist der Weg ja fast schon bis zum Rentenmissbrauch abgesteckt, Elend und Verzweiflung stehen als lebenslange Begleiter fest. Klar, dass die Musik aus den metallischen Reihen der Schulabbrecher und Dauerarbeitslosen depressiv verstimmt und bis zu einem gewissen geistigen Melassegehalt auch zäh sein muss. Die einzige andere Alternative wäre Punk gewesen, aber das ist für mental angeschlagene Kuttenträger zu viel Aktionismus. SOLOTHUS agieren auf ihrem ersten vollen Rundling nicht sonderlich tiefgründig oder musikalisch herausfordernd. Vorzugsweise setzen sie auf Kopfschmerzstimmung und neblige Düsternis. Dabei scheint es aber in gewisser Weise wichtig, nicht allzu große Nähe zu alteingesessenen finnischen Death Metal Bands zu demonstrieren, den Sound und die Arrangements nicht ganz so knarzig und trocken erscheinen zu lassen. Viel lieber suchen sie diverse Parallelen zu klassischen Metal Bands. Ein Fakt, der besonders der Leadgitarre zugutekommt. Was aber an die Tradition finnischer Unmusik ermahnt, ist das Tempo, das nie wirklich den Death / Doom Sektor verlassen will, so auch in der Rhythmusfindung wenig Anspruch vermittelt. Leider ergibt sich dann trotz guter Ansätze und einiger neuer Ideen nicht viel mehr als ein durchschnittlicher Komaangriff auf die Tränensäcke. Zu gewöhnlich und eintönig, zu viele Riffs, die den Bekanntheitsgrad vorzeitlicher Fossilien innehaben. Gut zu Gesichte stehen die Aktionen der Leadgitarre, die wenn sie auf den hohen Saiten klagt, sehr viel an Melancholie und tieftrauriger Stimmung authentisch vermitteln kann. Da die Band nicht auf Aggression setzt, sondern betont schwermütig sein will, kommen diese Parts leider etwas zu kurz. Wenn sie dann aber einen Weg an Deck erkämpft haben, dann ist es absolut lohnenswert, den niedergeschlagenen Statements zu lauschen.  
SOLOTHUS harmonieren letztendlich doch irgendwie mit ihrem Schleppanker – Tempo, dieser mammutartigen Behäbigkeit und der fetten Schwarte an doomiger Gelassenheit. Wahrscheinlich balancieren sie auch in dem festen Glauben, den Turm mit Beständigkeit anstatt mit Kreativität zum Einstürzen zu bringen. Da im Doom fälschlicherweise angenommen wird, dass ja ohnehin wenig passiert, tasten sich junge Bands manchmal durch den blinden Irrglauben, auch nicht viel machen zu müssen. Das soll nicht bedeuten, dass die Band nun in frostiger Selbstgefälligkeit ruht. Ganz im Gegenteil, die haben dem Genre ihr Handwerk schon abgeschaut und liefern eine souveräne Vorstellung. Aber eben auch nicht mehr, unterm Strich nicht genug, um den eigenen Fingerprint für die Ewigkeit zu setzen. Es mangelt latent an Eigeninitiative, was ein gewisses Maß an Langeweile zur Folge hat und grenzübergreifend kaum Anhänger nach Finnland locken wird. Eine Prise mehr von allem, die guten Ansätze pflegend und der eigenen Intelligenz vertrauend, dann wäre das Interessebarometer ein ganzes Stückchen weiter gen Achtungsbake ausgeschlagen. Das sonore und gewöhnliche Spiel der Gewohnheiten könnte am Ende zu wenig gewesen sein. Das Grauen sieht natürlich anders aus, so übel ist es dann doch nicht!  Zumindest vermeiden sie banale Songs mit Endlosschleife, und das ist doch auch was wert. 
6/10

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