Sunday, July 28, 2013

TRENCHROT - Dragged Down To Hell - DemoTape / Nihilistic Holocaust



Es ist erstaunlich, dass Dinge, die man so gut und so lange zu kennen glaubt, immer noch Potential haben, die Birne einzudellen, den Verstand auszuschalten, purem emotionalem Fieber die Vorherrschaft über das eingesponnene Alltägliche anzuvertrauen. Wenn das morsche Gebälk im unüberschaubaren Marktwahn der Anbieter einen frischen Anstrich bekommt, der sich historisch an die Fakten hält und trotzdem neu glänzt, der auf Erfahrungswerten basiert und dem Hersteller trotzdem seinen ganzen Einfallsreichtum abverlangt um ein beeindruckendes Produkt zu kreieren, dann gibt es noch genügend Hoffnung, dass die Strategie des Produzenten aufgeht. Wir machen´s wie die Alten, aber wir machen das auf unsere Weise. Der Retro – Trend setzt sich in allen Sparten des täglichen Rumexistierens durch und kann dabei so viel mehr sein, als pures Kopieren. Das haben sich TRENCHROT aus den Staaten zu einer ernsthaften Maxime gemacht, und gibt ihnen momentan Rückenwind, denn im Herbst kommt nach nur kurzer Schaffensphase bereits das erste Album. Herkunft, Bandname und dergleichen geben erst mal Grund Erwartungshaltung und Klischee festzuzurren wie einen bockigen Esel vor den Heukarren. Da mag der eine hinterher enttäuscht sein, dass erhoffte Ingredienzien wie Gore und Slam und Frickelei und Gurgelei nicht so recht in den Rahmen passen. Und der andere wird vor Begeisterung seine Schwiegermutter in Zahlung geben, den Job mithilfe eines vollgebansten Chefschreibtisches kündigen und sich zufrieden in einem Fass Bier verlieren. TRENCHROT gehören zu den vielen Nachzüglern, Neustartern, Inspirierten und immens Gestörten, die sich Bands folgender Sortierung zu eigen machen. Wir hören Autopsy, Asphyx, Pestilence und die ganze morbide Palette schwedischer Frühzeitverweser. Das funktioniert auch im Hier und Jetzt noch tadellos. Den Vorteil, den die Jungs aus Philadelphia auf ihrem noch recht schmalen Konto spazieren führen, ist, dass sie ihre Hobby glaubwürdig vertonen, dass die Musik so verdammt echt, so ursprünglich und doch viel mehr als nur funktional klingt. Sie vermischen die Genres, die ihnen als Initialzündung zu dienen scheinen auf überaus geschickte Weise. Klar, die melodiösen Friedhofssolis gab es bereits bei Nihilist und die leben in ihrer Variationswut und ihrem auf ewig existierenden Wiedererkennungswert noch hinter der nächsten Götterdämmerung weiter. Aber warum sich nicht zu Nutze machen, um daraus ein Stück Death Metal zu basteln, das im Schulterschluss mit dicken Bässen und massiven Gitarrenwänden, mit doomiger Unausweichlichkeiten und flotten Schlachtgemälden ein kreatives Potpourri von Vergänglichkeit und  Wiedererweckung an die rissige Wand pinselt. In TRENCHROT steckt verdammt viel Energie, die sie zum einen aus den Vorbildern saugen, zum anderen aber auch ihrer innovativen Spielfreude verdanken. Langeweile und Banalität hat keinen Platz, wenn es um Death Metal geht, der mitreißen soll und im Angesicht der Moderne bestehen will.  Mit 3 lumpigen Songs leistet ein Grüppchen  just geschlüpfter Musiker (etwas geflunkert – bei einigen steht noch eine Sludge Band in der Vita)  absolute Überzeugungsarbeit, fasst die Zügel sehr kurz und hetzt mit uns durch einen kurzen Set, der Lust auf viel mehr macht. Das Songwriting geht auf und ab, hält sich dicht an das was einst war und orientiert sich doch  nur an sich selbst, an den eigenen Ansprüchen. Deshalb wirken die Songs, die so originalgetreu wie möglich angelegt sind auch keineswegs altbacken.  Für Leute, die Bands wie Revel In Flesh, Entrails oder Skeletal Remains für sich entdeckt haben und gern auch eine Mischung aus allen vertragen können, sind TRENCHROT genau die richtige Empfehlung. Hier stimmen die Einstellung, das Talent und letztendlich auch die Qualität. Hier geht´s zur Lauschprobe -> http://trenchrotdeathmetal.bandcamp.com/
Buy it here - NIHILISIC HOLOCAUST
8/10

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