Monday, August 5, 2013

DEAD CHURCH - SUFFERING MIND - Split 5 / 7Degrees Records



Wahrscheinlich verstehe ich die Ideologie hinter dieser mit 2 Minuten Kuhfußgrind bespielten Untertasse nicht, wahrscheinlich bin ich auch nicht der omnipotente Vinylideologe. Obwohl ich einiges an raren Schwarzen in Folie habe. Aber eine 5er ist bislang nicht dabei, da ich kein Geld für Gimmicks ausgeben will. Das Format, so erfuhr ich letztens, erfreut sich zunehmender Beliebtheit, vielleicht weil es so kostengünstig ist. Was kein Wunder ist, da dort ja nun mal überhaupt nichts drauf passt. Wenn eine Fliege in die Rille scheißt, endet der Spaß noch bevor der Plattenarm die Schwingung weitergeben kann. Letztendlich liegen derartige Unternehmungen natürlich einzig im Ermessen der Akteure, nur sollten sie sich fragen, wem sie damit einen Gefallen tun, und ob es mehr als nur ein verfehlter Gag ist, jeden produzierten Song einzeln zu veröffentlichen, und wer soll das am Ende noch kaufen?
Über die Qualität der Bands lässt solch Gezeter natürlich keine Aussage zu, die wetzen nämlich beherzt und schmerzlich kurz ihre grindigen Messer gegeneinander und unterscheiden sich lediglich beim Sound. Den haben DEAD CHURCH mit ihrem Holzhammergebolze nicht so wirklich in den Fokus gezerrt, hinterlassen uns eine knappe Minute dumpfes Old School Gebretter mit maximaler Geschwindigkeit und abruptem Ende. Klingt, als wäre den Amerikanern mal eben zwischen Frittenbude und Gangbang einer aus der Unterhose gefallen. Ne wirklich objektive Aussage lässt ich bei der Kürze der Ungunst kaum treffen. Niemand sollte den Geist eines maskulinen Zweibeiners lediglich an seiner Schwanzlänge bemessen, so fair muss ich schon bleiben. Würde ich das in diesem Falle trotzdem ins Auge fassen, dann sind DEAD CHURCH nur eine von zahllosen Radaubrigaden, die den Grind ins arrhythmisch schlagende Herz geschlossen haben und einfach laut und unharmonisch austeilen wollen. Mittenrein ohne wirklich Akzente setzen zu wollen oder zu können. Kann natürlich sein, dass da noch mehr dahinter steckt, eine komplette Ideologie in eine Minute zu stopfen, das wäre ganz klar die hohe Kunst der Sinnlosigkeit. Somit machen die Amis erst mal nicht mehr als ganz knapp in die Spaßtröte zu posaunen. Der Song heiß ja auch „I want nothing“ was als bandinterne Absichtserklärung genug an Aussagekraft besäße, würde man es sich leicht machen.
Und viel anders ist das bei SUFFERING MIND aus Polen auch nicht. Nur haben die ihren Sound im Griff und drücken beherzter identisches Material unter die Regler. Das Stück selbst ist für einen Börsengang kaum tauglich, schlägt es sich doch mit gebrüllten und hektisch gekrächzten, subjektiv verstandenen Wahrheiten über das globale Finanzsystem herum und drückt dem amerikanischen Geldhahn seinen anarchischen Pfropfen rein. Musikalisch auf wenige Akkorde reduziert, variiert das Tempo leicht, das Stück selbst bietet überraschend wenig Chaos und ist genauso schnell durchgerutscht wie Dünnpfiff nach Pflaumensaftkur. Der Krieg in der Wallstreet (bezieht sich auf den Titel) ist schneller zu Ende, als er vom Zaun gebrochen ist. Und letzten Endes wahrscheinlich noch schneller vergessen. Auch SUFFERING MIND sparen nicht an Unterhaltungswert mit rohem Charme und revolutionärer Aufrichtigkeit. So lässt auch ihre Vita auf einiges zurück blicken, auf das sie stolz sein können. Ob dieser Splitzwerg zukünftig dazu gehören wird, ist nicht nur fraglich, sondern wird sich mit Sicherheit als überflüssig erweisen.
Zu empfehlen ist die 5er wirklich nur Leuten, die ihr Wechselgeld vom Bäcker oder nach dem Milchhohlen nicht wieder in Muttis Haushaltskasse versenken wollen. Das ist für Leute, mit zu viel Zeit, die gern alles wenden und nichts anbrennen lassen … Blitzgindcore für Kochazubis – ja das isses! 
6/10

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