Tuesday, August 27, 2013

INFECTED SOCIETY - F STANDS FOR FUCK YOU - MISERABLE FAILURE -Miserable Fucking Society - Cd / Kaotoxin Records



Inhumate haben dieses Jahr ihr 6. Album veröffentlicht. Wenn sie ihrem selbstgeformten Konzept des Lebenskreislaufes treu bleiben, dann fahren sie mit dem 7. so ungefähr in 4 Jahren in den Schacht und hinterlassen in Frankreich eine Lücke, die es zu schließen gilt. Diese Woche sind mir gleich 2(+1) Anwärter auf gerissene Stimmbänder, blutige Köpfe und bedrohliche Bühnenshows mit einer Klappe ins Netz gegangen.
Die 3 Acts halte ich aber momentan für mental zu labil um eine solchen Posten aus dem Stehgreif zu übernehmen, oder es liegt an den so extrem gestört erscheinenden Persönlichkeiten, bzw. an dem was sie da musikalisch aus dem wirren Gedankenknoten ihrer entfesselten Fantasie befreit haben. Ich glaube ja fest, die sind naturbreit, oder jemand hat denen diverse bewusstseinserweiternde Substanzen verkauft, vielleicht nur unter das Falafel gemischt. Im Allgemeinen habe ich nichts gegen Drogen, wer denkt, dass das Leben so schwer ist, dass er es nicht mit seiner eigenen Schwäche messen will, der soll von mir aus die Hintertür nehmen, wenn’s´ zum Besserfühlen taugt, nur zu. Wer sich damit wohler und freier fühlt, kleine blaue Elefanten wie die Ringe des Saturn um seinen Wasserkopf fliegen sehen will, oder auch nur Gott die Hand zu reichen beabsichtigt, der soll mit seinem Dealer den Twist tanzen. Schließlich ist das ja die immer geforderte Eigenverantwortung über das persönliche Nervenkostüm, und auf den austickenden Verstand hat die Öffentlichkeit im Speziellen keine gesonderten Ansprüche zu erheben. Es sei denn, der Konsument muss gleichzeitig ein Flugzeug notwassern oder vergleichbar komplexes bewerkstelligen, wie vögeln im Fahrstuhl. Sobald die Komponenten Zeit und öffentliche Gefährdung des Allgemeinwohls greifen, dann lasst verflucht noch mal die Finger von Drogen! Sonst ist mir das so egal wie Preiserhöhung für Tofuprodukte.
Aber den Scheiß an Grindcoremusiker verticken, bei denen die Köpfe auch ohne Einnahme schon zu explodieren drohen, das ist schlichtweg verbrecherisch. Alle 3 Bands geben sich redlich Mühe, dem Irrsinn eine Plattform zu pflastern, die bei Inhumate ja wohl schon da war, aber um einige Landebahnen für abstürzende konzeptionelle Entgleisungen zu erweitern ist. INFECTED SOCIETY sind unter den Krachabhängigen wohl noch die traditionellsten, schnupfen eine Mischung als Grind und Hardcore von der Tischplatte, machen das mit einem gewissen Feingefühl und vergessen die Keule ebenfalls nicht. Die Riffs sind nachvollziehbar und verlieren sich nicht im generellen Durcheinander, das noch folgen soll. Also beginnt die 3 – Way mit der eingängigsten Band, und selbst die kommen schon mit einem Gewalthammer daher, der die selbstgehäkelten Socken durchlöchert und ziegenfüßige Hufe grob pedikürt. Den latent spürbaren Death Metal Einfluss bringen die einzelnen Mitglieder mit, die ihre Parallelwelten nicht so gänzlich im Schubfach wegschließen konnten (Yyrkoon, Drowning…)
In  F STANDS FOR FUCK YOU tummeln sich Benighted Leute, die in das Gewölle ihrer eigenen Querschläger sowohl Struktur als auch vollendete Kopfschmerztendenz hineinknoten. Dann sägt ein Bastard an Grind, Hardcore und groovigen bis progressiven Rockattitüden am entnervten Gemüt. An der einen Stelle groovt die Musik den Grind vom löchrigen Dach, dann wieder geht das so wild und willkürlich durchs Feld, mit einem Geplärr, dass wie Rage Against The Machine auf Metamphetamin rüber kommt, dass die Kompassnadel panisch die Richtung verliert. Hinsichtlich egozentrischer Eigenwilligkeit geht der Punkt ganz klar an den Mittelpart dieser Schmetterrinde.
Und dann  wären da noch MISERABLE FAILURE, sind glaub ich keine Franzosen, haben dafür als ausgewiesene Speedfreaks den größten Schniefer von was auch immer in ihre epileptisch über die Instrumente zappelnden Kadaver aufgenommen haben. Bei denen müssen alle Frauen sterben und Freunde werden in die Wüste geschickt, niemand ist bei denen sicher (auf die Texte bezogen). Das alles bei voller Fahrt, irrwitzigem Gebrüll, Gekeife und Gekreische. Die Schmeißen ihren Unrat bei Vollgas aus dem rasenden Vehikel und stürmen jede Andacht ohne Absicht auf Beichte. In wieweit die noch ernst zu nehmen sind, liegt ganz am Realitätsbezug der persönlichen mehr oder weniger angegriffenen Objektivität. Wenn eine Band von den Dreien den größten Batz an der Birne hat, dann die!
Letztendlich drängt sich die Wahrscheinlichkeit zu einem ultimativen Harmonie-, und Melodiemassaker immer mehr auf, und nach einer knappen halben Stunde zum Preis einer Ep ist im dunklen Inneren der Denkapparatur nichts mehr da wo es hingehört. Also, wenn ihr glaubt in euren Köpfen wäre es zu aufgeräumt, oder ihr der widersinnigen Überzeugung seid, diese Ordnung könnte nichts durcheinander bringen, dann holt euch eine Belehrung ab! 
8/10

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