Monday, August 26, 2013

PERVERSION - Pillars Of The Enlightened - Cd / Blasthead Records



Im Original schon Anfang 2012 erschienen, holt PERVERSIONs´ „ Pillars Of The Enlightened“ nochmals zum Aufmerksamkeitsschlag aus. Kanadas Blast Head Records hat sich der Band aus der Wüste angenommen, um sich auch sein Stück Wohlstandskapital aus Dubai zu sichern. Nur für den Fall, dass das Öl kurzfristig knapp werden sollte und man eine andere Geldanlage bei den Scheichs braucht.
Zwischen ungezählten Kamelladungen heißen Sandes, sprichwörtlich ins Wasser gesetzten Wohnanlagen und bis unters Himmelszelt gedrehte Stahl und Glastürme formierte sich anno 2006 ein unheiliges Dreigestirn, um unter dem sauberen Kaftan den versteckten Dreck aufzuwirbeln.  Und nun prügeln sie waschecht im Stile ungläubiger Dekadenz den westlichen Hasspredigten nach. Ganz vorn im Buch der kapitalistischen Verwerflichkeit und der demokratischen Gottlosigkeit stehen Suffocation. Deren Art den Death Metal mit technischer Gewalt im Schlafe zu verputzen, hat großen Einfluss auf den in nichts nachstehen wollenden arabischen Adepten. Und was soll ich sagen, die Mittel die die Band nutzt und das Ohr dass sie für die Musik hinter dem schändlichen Ozean hat, die Energie und die Überzeugung, mit der sie an das Teufelswerk gehen, steht dem Vorbild kaum nach. Qualitativ betrachtet ist „Pillars…“ weit davon entfernt, ein Versteckspiel im Schatten aufzuführen. Der Drummer hat sein Kit fest im Griff, Timing stimmt und seine Pedale schmeicheln mit einem starken und rhythmischen Ritt. Ein Songwriting ohne größere Aussetzer lässt kaum irgendwelche sinisteren Bedürfnisse des Metalheads unberücksichtigt, der technische Aspekt liegt zwar nicht auf den hohen Seiten, das klingt doch noch recht hakelig, so als würde der Gitarrist sich dabei nicht wirklich wohl fühlen. Das wirkt fast immer zu vorsichtig und zu langsam, was zu den saugenden Takten des Schlagwerkers nicht so recht passen will. Aber dafür gibt es bleibende Riffs, die einiges über gewöhnliches Füllmaterial hinaus ragen.
Des weiteren treffen wir hier mal wieder auf polnische Blasphemie im musikalischen Sinne, auch deren Blast und Brechstangen – Szene hat ihren Anteil am Wüstensturm. Ebenfalls an Bord sind wahrscheinlich Deicide und Vital Remains. Das sind alles mit Verstand gewählte Säulen für ein in Eigeninitiative gewachsenes, sehr stark präsentiertes Album, dass an der Tür zum Erfolg klappert, als wäre der persönliche Heilsbringer nun doch auf der anderen Erdhalbkugel zu suchen. Jedenfalls bin ich von dem straighten Vorgehen des Trios beeindruckt und auch fast gänzlich überzeugt. Hab auch so ziemlich alles gefunden, was das Label in seiner zu recht protegierten Band sehen und hören will. Nur der schwedischen Einschlag, der so gepriesen wird, will sich mir nicht vorstellen, aber egal, alles andere reicht locker um den Schädel mit einem gewissen Anspruch weich zu kloppen.
Etwas erstaunt war ich über das abschließende „Dementia (Of Devourment)“, das doch ganz anders rüber kommt, als die 7 starken Songs im Vorfeld. Wie aus dem Nichts flutscht ein auf Thrash Metal Roots basierendes Stück um die runde Ecke, sägt mit einem Riff durch den Set, dass die Heide wackelt, punktete zudem mit teilweise gedoppeltem Gesang, der doch sehr aus der Dying Fetus Ecke kommt. Alles in allem muss man nach dem Geblaste und technischen Äxten unvermittelt eine ziemliche Portion Groove schlucken.
Also nicht nur souverän, auch überraschend funktionieren PERVERSION und reichen noch eine weitere Facette ihres tiefgestimmten und auf Aggression gebürsteten Schaffens nach.
Sie gehen mit wachem Verstand durch ihr musikalisches Leben und lassen nichts aus, was sie persönlich voran bringen wird. Mit der dazugehörigen Portion Spaß gelingt zukünftig sicher noch mehr. 
7/10

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