Wednesday, August 28, 2013

PREPARE FOR THE MINDSCAN - Same - EP / Selbstvernichter



Boston – Neu England – einst ein idyllisches Hafenstädtchen mit traditioneller Tee Party in ländlicher Umgebung, voll mit grimmigen Wilden – und heute ein Moloch aus Beton und Stahl, regiert von Iren und diversen tückischen Geschäften. Das Chaos und der Kommerz haben das Ruder längst an sich gerissen, vergessen scheinen die Zeiten, als der Einwanderer mit dem Ochsenkarren seine Parzelle absteckte, seine Saat auswarf und das viele ungenutzte Holz schlug. Das hat er eigentlich schnell begriffen, der Frischamerikaner, das Holz schlagen - in allen Belangen. Aber angefangen hat er mit Holz im ursprünglichen Zustand. Und was ist so ein Baum schon, doch nur ein riesiges Stück Unkraut, das ahnungslosen Autofahrern unverhofft vor die Motorhaube springt und innerlich wahrscheinlich diebisch feiert, wenn mal wieder ein paar Köpfe an seiner garstigen Rinde zerplatzt sind. Natürlich müssen die weg! Und wer braucht schon die eigene Scholle mit dem krabbelnden Gewürm und zirpenden Monsterschrecken, frisches Obst, in dem fiese Maden lauern und Fleisch vom glücklich gekeulten Rind, solange die Mikrowelle im verqualmten und überteuerten Apartment noch Strom hat. In dieser Tradition machen PREPARE FOR THE MINDSCAN Musik, denen ist die Unruhe und Enge, der Krach und der ständige Drang in Bewegung sein zu müssen angehaftet, wie die klebrige Sommerhitze im Stadtkern, wie der Geruch von Abgasen, Frittenbuden, Abwasseranlagen und Hundescheiße. Die machen mit voller Brust Kleinholz aus tausendjährigem Gebäum und verbrennen alles zu Asche, die verbeulen und demolieren jegliche Konfession, weil sie wie eine durchgedrehte Stampede durch die Gegend donnern und vor keinem Hindernis Halt machen. Trampeln einfach über alles hinweg.
Aber wer den grindigen Pogo tanzen will, der darf auch nicht gerade zimperlich sein, wer größtenteils mit 3 Akkorden um die Häuser zieht, der hat rein künstlerisch kaum die Auswahl, der muss ganz einfach mitten durch. Dabei geht es um Geschwindigkeit und Lautstärke, nicht um den filigranen Anteil, der als überflüssige Last hinten vom Hänger purzelt. Hauptsache ist doch, dass die belfernden und growlenden Anführer ihre Sache mit Aufrichtigkeit und Authentizität zu vertreten wissen. Wichtig ist auch, dass sie sich selbst, und nur sich selbst zwischendrin eine Verschnaufpause gönnen. Alle anderen bekommen vom instrumentalen Brechstangendesign ohne Unterbrechung den guten Geschmack verdellt. Ab und an fällt an der Seite mal ein nicht gerade geschicktes melodisches Kleinkunstwerk aus dem Rahmen, aber auch das muss nicht weiter beachtet werden, punktet es schlichtweg nur mit gewollter Profanität, zittert sich so billig und abgefuckt am Straßenrand entlang wie eine Cracknutte auf Freiersuche. Der Punk ist maßgebend für all die künstlerischen Entgleisungen des Bostoner Trios, der Grindcore bestimmt den Sound.
Die löffeln uns mit viel innerer Überzeugungskraft zu, machen einen Wirbel, der mehr Staub in die Augen bläst, als benötigt wird, um die Schwächen des putzigen Hackwerks zu verschleiern. Mit primitiver Keule und stumpfer Gewalt platzen Halsschlagadern und ploppen halbintakte Hirne aus eben noch denkenden Menschlein. Natürlich hätten sie ihre Stücke auch interessanter gestalten können, auf Facettenarmut verzichten können und ihrer Umwelt das brutale Staunen mit der Nagelpistole ans Ei tackern können. Natürlich hätte mehr an intelligenter Musik drin sein können, müssen vielleicht sogar – letztlich es ist aber nicht! Und so bekommt ihr eine ungeschönte Portion Grind und Crust für gar kein Geld, als umme – download – und dürft damit die Wände streichen, dem Nachbarn die Mitminderungsgründe um einen Punkt erweitern, den Abraum in eurer Küche zum geschlossenen Fenster hinaus blasen und so weiter. Zusammengefasst -  ihr dürft damit Spaß haben. Und wer was Hartes in der Hand haben will, dass laut explodiert, der kann sich die Cd-r Version ordern. Guter Anfang! 
Hier gehts zum Selbstversuch - viel Glück beim Überleben:  http://prepareforthemindscan.bandcamp.com/
6/10

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