Friday, September 6, 2013

GOREGAST - Covered In Skin - 7 / FDA REKOTZ



Manchmal fängt der frühe Vogel wohl doch den blöden Wurm. Da sitz ich nun und grüble, was ich über 2 anständig auf den Punkt genagelte Stücke schreibe, was andere nicht bereits schon wussten. Das Netz und die Postillen sind voll des Lobes über den runden schwarzen Vinylzwerg und wenn ich´s  mir einfach mache, dann klopfe ich allen Vorrednern fest auf die Schultern und sage; jawoll. Und damit habe ich fertig!

Das geht natürlich nicht, Covered In Skin hat mehr als nur löbliche Floskeln verdient. Aber warum hat die Band diesen gefühlten Lauf, woher kommt diese Energie? Tatsächlich glaube ich, dass GOREGAST gar nicht anders können, als es einfach rollen zu lassen. Da wo einst noch kantigere Musik hinter den nächsten Ecke lauerte, Orientierungssuche zumindest im Inneren ein Thema war, fließt die Inspiration heute direkt aus dem klassischen Totmetallhimmel. Die haben da irgendwo ein Wurmloch aufgetan, das diesen dezent morbiden und schlichten Death Metal direkt in die brandenburgische Provinz saugt und im einvernehmlichen Joint Venture alles was früher möglicherweise an Bollergrind oder anderweitig simpleren Sachen existierte in die Recyclinghölle mitnimmt. Gut, einfach gebaut ist GOREGAST auch anno 2013, aber anders irgendwie. Authentischer, erdiger und vor allem und ganz wichtig; als Kapelle angekommen! Wenn Rico auch nie mit Charisma und Bühnenpräsenz geizte (Tina in ihrer Jahresvertretung sicher auch nicht), so ist auch die akustische Batterie in der Selbstständigkeit gelandet. Natürlich nicht erst eben gerade, aber ein Stückchen Strecke liegt gewiss hinter allen. Soll heißen, niemand muss mehr fragen, woher sie ihre Einflüsse haben, denn mittlerweile steht die Band für sich. Ganz klassisch und selbstbewusst. Erst fiel Distress, dann die Masken und dann der Groschen. Und nun, 20 Jahre später brummt der Motor in zufriedener Unruhe besser als je zuvor. Bestimmt spielt auch die Besinnung der Szene auf die alten Werte des Death Metal, seine Simplizität und seine wieder ins Licht gerückte Aussagekraft eine Rolle, das bringt auch neues Publikum. Aber zuerst muss man ja mal machen und überzeugen, rackern, präsent sein und auf Qualität setzen, bevor so ein lahmer Bierarsch seinen unförmigen Kadaver vom Sessel hochwanstet um sich eine Show anzusehen. Und wenn du dann auf der Bühne stehst und den allgegenwärtigen Wischiwaschischrammel zelebrierst, dann klebt der wieder am Tresen fest und beim nächsten mal bleibt der bei Mutti in der Küche. GOREGAST reißen da in den letzten Jahren schon was, sprechen ihr Publikum an und entlassen die meisten zufrieden in Richtung Heimat.
Auf der anderen Seite ist aber auch ein ordentlicher Sturkopf von Nöten um den eingeschlagenen Weg konsequent zu gehen, die Stücke teilweise immer mehr vom Gas zu nehmen, die erfolgreichen Absichten mit aller Härte zu vertreten. Dahinter steckt auch eine gewisse Maschinerie, die auf ein fest gestecktes Ziel programmiert ist. Und zwar sich selbst zu gefallen, Brücken auch mal abzubrechen, mit manchem Missmut umgehen zu können und die Leute dann quasi als Nebeneffekt auch noch mitzuziehen. Individualismus ist gefragt. Als Gruppe oder doch als Einzelperson weiß ich nicht, vorrangig ist aber die Tatsache, dass der eingeschlagene Pfad zu funktionieren scheint.

2 Songs sind generell sicher nicht unbedingt aussagekräftig, in ihrer festen Absicht nach eigenen Regeln zu spielen jedoch, zu variieren wie es der Stimmung im Proberaum passt und eben nicht der Erwartungshaltung von außen, dabei auch gemäßigter sein können, ohne den Biss zu verlieren, dass sollte an Argumenten am Ende doch reichen. Wozu?  Na um sich die 7er in den Schuber zu tüten und ein weiteres mal am Death Metal Verständnis von GOREGAST teilzuhaben. Mit persönlich gefiel Desechos Humanos zwar ein ganzes Stück besser, aber Sorgen mache ich mir deswegen nicht. Übrigens, ist das spanische Sprachfaible hier weggefallen, wenn das mal keinen Ärger mit der Gewerkschaft in Wriezen gibt. Was heißt Covered In Skin eigentlich auf Spanisch? 
7/10

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