Thursday, September 19, 2013

MISEO - The Dead Will Predominate - Ep / Blacksmith Records




Füttert man zum reinen Zeitvertreib die Suchmaschine mit dem Wort kurz, kotzen zahllose Server und Datenbanken 19 Millionen Verweise aus. Das finde ich erstaunlich. Vor allem was alles kurz währte, kurz war und nur kurz mal vorbeischaute und trotzdem mit Erfolg gekrönt wurde.
Zum Beispiel sind die kürzesten Möhrchen aus eigenem Anbau, voll von Carotin, wie es in keinem anderen Wurzelgemüse zu finden ist und kleinen windelscheißenden Rackern das gesunde Rot auf die feisten Bäckchen zaubert.  Funktioniert!
Oder der kurze Rock, respektive der breite Gürtel, der war der Skandal schlechthin, als die konservative Nachkriegsattitüde auf das massivste überrumpelt wurde. Heute ist er immer noch das schönste was dem Hetero und der Lesbe passieren kann, solange Madam ihre Besenreißer unauffällig abdeckt. Funktioniert!
Der Verstand der deutschlandblöd gesuchten Castingspacken ist in der Regel sehr kurz. Rechnen sich doch tatsächlich realistische Chancen in der weltweit debilsten Versandungsungsindustrie aus. Aber das Konzept der TV Anstalten, das Geschäft mit der Hirnweiche geht auf. Funktioniert auch nach Jahren noch!
Wie oft habe ich selbst schon Kurze verhaftet und bin wackeren Schrittes im Koma gelandet. Wegschießen funktioniert auch über die kurze Strecke!
Heinrich der 8. hatte angeblich einen ganz kurzen, aber auch einen Haufen Kindern von diversen Frauen, denen er auch gern mal einen kurzen Abgang verschaffte. Hat funktioniert!
Warum also soll eine kurze Scheibe mit nicht mal 10 Minuten Musik dann  stranden? Gibt es gar keinen Anlass für. Zumal das Donnerwetter nach kurzem liebdudelndem Akustikintro aus dichten Gewitterwolken wettert wie die Chefetage bei Kreditverlust. Mächtige Midtempokracher setzen aus Hessen gen Resteuropa ein. Gern wird der Darm auch ein paar Takte flotter gezupft und das generelle Verständnis für die Notwendigkeit melodiöser Grundkenntnisse wird ebenfalls stets geachtet. MISEO machen Musik der traditionellen Schule. Und das offenbar aus ihrer Verachtung für den Menschen an sich ( in Anlehnung an I Hate Humans). Da wo der Zweibeiner in den letzten 10 000 Jahren für Chaos verantwortlich war, hat er seine eigene Unschuld im Blute ersaufen lassen. Und das ist der beste Nährboden für böse Buben, die noch böserer Musik verfallen sind. Die 3 Stücke (den Beginn lass ich mal außen vor) haben dermaßen viel Schubkraft, dass auch der Tieftöner seinen Respekt zollt und ca. 1 cm von der Bodendielung abhebt. Mit schwartigem Basssound und Riffs, die gewiss nicht die kompliziertesten sind, mit der scharfen Kante aber umso mehr  metaphorische Grobholzmeter schlagen, leistet die Band Überzeugungsarbeit an der Basis. Dass die 3 Verantwortlichen für das Knochenbrecherspektakel nicht ganz unbeschlagen in der Szene sind, sich bei bekannteren Acts verdingen, gereicht auf dem aktuellen und ersten Hörerlebnis der just in diesem Jahr gekalbten Band eindeutig zum Vorteil. Ob sie nun Material mitgenommen haben, dass anderenorts nicht die richtige Passform hatte, ist eher spekulativ. Was sie aber in das neue Gebäude einbringen, ist Erfahrung. Aber auch Abstand zur Routine, sonst wären kaum solch mitreißenden, wenn auch einfach konstruierten und kompakten Stücke entstanden. Darin mag auch das Prinzip liegen, die Nummern nicht zu überfrachten, sich der eigenen Fähigkeiten bewusst sein und sich im entscheidenden Moment auch zurück nehmen zu können. Mit dieser vermuteten Einstellung und dem technischen Know How, dass der Ep zugrunde liegt, offenbart sich euch ein Einstieg in die Death Metal Welt, der mehr als nur ansprechend an der Spaßglocke läutet. Straff gespielt, straff produziert und in dem was im Death Metal mit traditioneller Schlagkraft möglich ist auch variabel. In erster Linie bläst er Sturm stramm gegen das Zifferblatt und schickt die sorgsam gelegte Fönwelle zur Hölle.  Cooles Kleinkunstwerk ! 
8/10


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