Thursday, September 12, 2013

NEPHREN KA - The Fall Of Omnius - Cd / Kaotoxin



Hab gelesen, NEPHREN KA wären nicht zu vergleichen mit Nile, hab auch gelesen, das aktuelle Album würde nach alten Cannibal Corpse klingen. Alles klar Jungs, habt ihr euren Wachzustand gegen Wunschvorstellungen getauscht. NEPHREN KA befinden sich aber so was von im Einflussgebiet eines Karl Sanders, dass schon einer mit dem Vorschlaghammer kommen müsste, um auch nur den geringsten Zweifel daran aus dem Kopf zu prügeln. Nicht mal die Band selbst würde auf dem Pfad des Leugners wandeln wollen, wenn die Beweislast so erdrückend ist.
Da hätten wir schon mal den Bandnamen, der vom 98er Album herab gepurzelt kommt. Gut, Nephren Ka ist auch keine Nile Erfindung, und mit Hobby – Ägyptologie hat das auch reichlich wenig zu tun. Der Name stammt aus dem düster verqueren Hirn von H.P. Lovecraft, aber auch Nile brauchen ihre Inspirationsquellen.
Lyrisch sind beide Bands Söhne der Wüste, wenn auch durch Lichtjahre getrennt. NEPHREN KA lassen sich, so wie es der Titel der Rinde nahelegt, von Frank Herbert und seinen Dune – Geschichten leiten, sind also der schnöden Welt die wir so sorgfältig zu Kleinholz verarbeiten, entrückt.
Dann fallen sofort die düsteren Arrangements auf, die für entsprechend sinistere Stimmung sorgen. NEPHREN KA kommen übrigens ganz prima ohne Percussions und seltsame antike Instrumente aus. Die brauchen keinen Extra – Reisebus, um ihr Equipment durch das Land zu karren, und das Ergebnis ist genau so wuchtig und stimmungsvoll.
Die Drums blasten nahezu unaufhörlich im Stile amerikanischer Totschläger, sind vielleicht etwas zurückhaltend abgemischt, stört aber nicht wirklich. Und was die Gesangsleistung betrifft; das hätte ein William Friedkin seinem Exorzisten nicht besser in den dämonischen Kindermund legen können.
Einen wirklichen Unterschied bietet der Sound…nun wenigstens etwas. Aufgenommen wurde im polnischen Hertz Studio, deshalb ist eine deutliche Präsenz von Vader und Behemoth zu spüren, der Sound etwas stumpfer als der von jenseits des Atlantik. Das kommt den Kompositionen durchweg zu Gute, verdeutlicht auch den leichten Black Metal Einschlag bei den ganz schnellen Parts.
Das Rundum – Sorglos – Paket ist eine reine Wohlfühloase für jene, die es brutal, technisch und schattig mögen. Sägendes 6 Saiten Gemetzel, dezent schwarz angestrichen, mit Old School Elementen im Schlepptau, mal komplex, mal direkt, mal mit dem Charme der gebrochenen Hand, lässt kaum Platz für zusätzliche Fantasien. Von progressiv bis hin zum vollen Brett vor das Zifferblatt, der Verantwortliche ist firm auf seinem Werkzeug, zerrt an den Därmen wie ein Chirurg am offenen Herzen, lässt das große Ganze nie aus dem Blick. „The Fall Of Omnius“ ist recht anspruchsvoll aber auch eingängig geworden, bietet kaum Ecken und Ungereimtheiten, ist alles in allem eine ganz runde Sache. Das könnte natürlich auch der Nachteil des Albums sein, weil die Kompositionen keinen Freiraum für Spontanität noch Überraschungen lassen, es krankt etwas an zu viel Einförmigkeit.  Doch nur weil die einzelnen Stücke akustisch und fühlbar nicht sehr weit voneinander abrücken, bedeutet das nicht, dass das große Gähnen einen Stempel in den Berechtigungspass bekommt. Das Songwriting ist intelligent genug, um nicht schon nach dem ersten Stück das letzte vorweg genommen zu haben. Denn Energie steckt zu Hauf in den Doppelpedalangriffen, den geschwindigkeitsgebremsten Finsterwaldausflügen, in dem klaren und offensiven Bass. Genau wie Nile erzeugen auch NEPHREN KA eine Stimmung, die so typisch für diese Art Musik ist, deshalb, und weil sie handwerklich fit sind, muss sich das Debüt der Franzosen nicht verstecken. Und dass sie Vorgaben ihrer Helden kopieren, oder nennen wir es mal interpretieren, ist keinen Vorwurf wert. So wissen wir wenigstens, dass sie ihre eigenen Ansprüche ziemlich hoch stecken. Die Leadgitarre fliegt bei ihren Solis vielleicht nicht ganz so locker, wie es die Amerikaner vormachen, doch ich glaube die Zeit spielt der Band noch in die Tasche. Wenn ein nächstes Album anrückt, dann gilt es den Kopf einzuziehen, denn das wird dann eine amtliche Packung. Den Beweis dafür, und einen glänzenden Start liefert „The Fall…“ ohne Zweifel. Also ran, fresst Wüstenstaub!   
8/10

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