Saturday, November 30, 2013

CENTINEX - Subconscious Lobotomy - Cd –Re – release / Pulverised Rec.



Aus manchen Dingen wird unter Zuhilfenahme von Zeit etwas ganz besonders edles, quai ein Leckerli für die Sinne. Vergorenes Traubenextrakt vom Südhang eines sonnenüberfluteten Schieferbodens in der Nähe plätschernder Bächlein und hoppelnder Häschen zum Beispiel. Wenn so was bis zur endgültigen Volljährigkeit reift, dann läuft besagter Wein schwer und reichhaltig an zerebralen Weichmachern durch den Flaschenhals und wird von schlürfenden und zurtschenden Alkoholikern mit Preisen behängt wie ein russischer Armeegeneral. Andere Dinge wiederum erreichen auch nach 21 Jahren nicht mal ein Mindestmaß an Reife. Exemplarisch drängen sich da tumbe Rotznasen auf, die aus einer Laune aus verbogenem Realitätsbewusstsein und einem absoluten Höchstmaß an Dummheit die Lehre schmeißen, weil sie zu glauben wissen, dass sie mit der Kohle vom Amt einen auf dicke Hose machen können. Die kann man dann getrost noch mal 2 Dekaden in die Hölle aus gestandener Blödheit und medialer Blind und Taubwerdung einkorken, ohne am Zustand etwas zu ändern. Und es gibt eine 3. Kategorie – heutige Relikte verstaubter Vergangenheit, die schon Qualität hatten, als sie das erste mal Frischluft zu atmen bekamen und immer noch wegweisend sind.

 Dazu gehört definitiv CENTINEX -Subconscious Lobotomy, das Debütalbum das gerade mal ein Jahr zu spät kam, um ein moderner Klassiker zu werden. 1992 waren die Rollen der schwedischen Musikschule bereits an die großen 4 verteilt, sodass für die Band um Martin Schulman völlig unverdient immer etwas im Hintertreffen lag. Doch nun erhält ein saucooles Release seine verdiente Honoration in Form einer soundtechnischen Frischzellenkur. Der urtypische Sunlightsound mit seinen schnarrenden Gitarren und dem polternden Bass wird dezent angefeilt, ohne seine Authentizität zu beeinträchtigen. Klar wird dabei auch mal wieder wovon CENTINEX anfänglich beeinflusst waren. Denn so scharf vom Black Metal wie vielleicht andere haben sie sich selbst gar nicht abgegrenzt. Die ideologische Verbindung explizit zu Bathory setzt sich immer wieder durch. „Shadows Are Astray“, „Dreams Of Death“, „Until Death Tear Us Apart“ , „Orgy In Flesh“ sind alles Stücke die eine deutliche Spur aus schwarzen Brotkrumen Richtung Quorthon legen. Das betrifft den Rhythmus wie auch diverse Arrangements und den marginalen Einsatz Death Metal fremder Elemente. Das in Verknüpfung mit dem ureigenen schwedischen Death Metal Sound macht den Reiz der frühen CENTINEX aus. Denn das verlor sich auf den noch folgenden 6 Alben und zahllos erscheinenden Ep´s bis zur Auflösung 2006, und war auch beim fulminanten Neubeginn als Demonical nicht wieder zu finden. Aus dieser Neukonstellation sind auch schon wieder 4 neue Scheiben entstanden. Aber es ist eben das allererste Aufbrüllen, das den Weg der Band immer begleiten sollte, denn dort begannen sie sich treiben zu lassen und nahmen ihrer Fans mit. Über die kommenden Jahrzehnte ist die Musik möglicherweise aggressiver geworden, schneller definitiv, auch der primitive Part der Kompositionen hat sich in Luft aufgelöst. Das Prägesiegel einer gefühlsmäßig immer etwas unterbewerteten und benachteiligten Band wurde aber genau hier aufgedrückt.

Da man heute kein altes Album mehr in seinem Urzustand anbieten will, muss es noch mit Gimmicks geschmückt werden. Der Sound ist leicht gerade gezogen, wie schon erwähnt und klingen will es so auch sehr angenehm. Verantwortung dafür trägt das Necromorbus Studio, in dem Demonical ohnehin ihren Krempel aufnehmen, was risikofreies Soundmanagement impliziert. Ein neues Cover gibt es, entworfen von niemand geringerem als Mark Riddick. Es ersetzt eine pubertäre Fantasie aus wackliger Kinderhand und bunten Farben. Hinten dran erfreuen euch dann möglicherweise noch 3 Songs von der 2000er Ep Apocalyptic Armageddon. Ich hab zwar keinen logischen Kontext dazu gefunden, warum gerade die Stücke ausgewählt wurden, aber sie verdeutlichen das was ich zuvor geschrieben habe, zeigen die Differenz zu den ersten Sachen mit denen sich CENTINEX beschäftigt haben, verdeutlichen so eine stetige Entwicklung in der laut tönenden Karriere der Schweden. Geschuldet ist das  aber auch der Tatsache, dass das original line-up zeitig auseinanderbrach und sich andere Tendenzen Raum verschaffen konnten.

Am Ende aller Tage ist es mehr als nur lobenswert, dass sich jemand dieser ollen Rille angenommen hat, sie aus dem Giftschrank befreite und gleichzeitig gnadenlos überteuerte Originale in den Ruhestand schickt.

Friday, November 29, 2013

TYRANTS BLOOD - Into The Kingdom Of Graves - Cd / Selbstregiert





So, jetzt ist es scheinbar bald so weit. Schwarz / Rot werden sich als Regierungsanmaßung in den nächsten 4 Jahren selbst zerpflücken. Schwarz / Rot – Finsternis und Blutvergießen werden über uns kommen, basisfremder Dilettantismus wird herrschen wie die Ratte und der Pestfloh des Mittelalters. Trübsinn und Zorn werden die Gassen verdunkeln und das Große Jammern vom Ende aller Tage wird erschallen, wenn eine Riege von Karnevals-, und Bierzeltpolemikern in blinder Selbstbeweihräucherung vor Banken und Konzernen einknickt. Finsternis und Blutvergießen, oder wofür standen die Farben noch mal?, welche Werte sollten sie vertreten?

Nun, sollten tatsächlich schwarze und blutrote Schmährbäuche nebeneinander mäandern und unvereinbar geglaubtes mit Champagner begießen, dann sollten sie auch lernen, wie man Dinge zusammen bringt, denen es an Harmonie mangelt und die gewiss nicht massenkompatibel sind … oh verdammt, den Bogen krieg ich echt nicht hin!

TYRANTS BLOOD aus Kanada legen dieser Tage ihr 3. Album auf und halten an einer Mischung aus Death und Black Metal fest. Sie künden von schwärzesten Kriegsgeschichten und blutigstem Schlachtengetümmel, münzen allseits beliebte Klischees in martialische Texte und Songs um. Sie versuchen sich auf dem direkten Pfade. Nutzen dafür fast permanent das Gaspedal und lassen ihre Leadgitarre in zu dichtem Soundmatsch versacken. Sie machen das, was teutonisches Regieren ausmacht; Da wo es geht, rammeln sie mit dem Kopf durch die Wand bis es blitzt und kracht. Und dort wo es ganz sicher Widerstand geben wird, zittern sie sich mit halbem Arsch am Ziel vorbei. Ein sehr heftiges Brett treten sie dabei mit Sicherheit. Es ist jedoch leider zu auffällig, dass ihnen meist die Ideen ausgehen, bevor sich so ein Song mal warmgelaufen hat. Na und dann ist da der Sound, der bei der Suche nach der Schuldfrage in den Fokus rückt. Denn vom technischen Aspekt beinhaltet das Album bestimmt so einige Hooks und die Leadgitarre zeigt ein ums andere mal, dass sie gern dem Brei aus donnernden Drums und sonor wie auch hektisch sägenden Riffs entfleuchen will…und kann. Das Schlagzeug mit seinen scheppernden Becken erhält verdammt viel Aufmerksamkeit, dass der Gitarre regelrecht der Saft abgedreht wird. Da kann dann einer auf den Saiten reißen was er will, zur Geltung kommt das nicht richtig, da solche Ausritte regelrecht verschluckt werden. Am geschicktesten gelingt das noch auf „Fragments Of A Dying World“, hier dürfen die hohen Töne mal fietschen wie eine aus dem Ruder gelaufene Unterwasserortung von sich paarenden Buckelwalen. Als hätte Seti auf der Suche nach intelligentem Leben endlich eine quietschende Rückantwort bekommen. Was im Übrigen längst an der Zeit wäre, da Intelligenz auf Terra Idiotica auf der Roten Liste steht. Egal, deutlich wird jetzt nur, dass mit Zunahme der Spielzeit die besseren Songs auftauchen, endlich thrashige Riffs Gewichtung erhalten die so was wie einen Wiedererkennungswert an der Leine halten und mühevoll gegen das akustische Gerammel ankämpfen. Ganz zum Schluss kommt dann die dickste Überraschung. Denn nun entfernt sich die Band völlig vom Genre und bietet eine Mischung aus Silent Dreams und 80 Rockballade an. Das hatte wohl niemand auf dem Zettel. Einen noch größeren Kontrast zum sonstigen unsteten Aggressionseruptieren hätte man sich gar nicht wünschen können. Das hübscht letztendlich die mäßige Performance nicht wieder auf, stimmt aber doch irgendwie versöhnlich.

In punkto Death / Black Metal gibt es dieser Tage aus Kanada nicht neues zu hören. Da verlassen sich die 4 Kandidaten aus Vancouver doch allzu sehr auf Acts wie Destroyer 666 und Infernal Majesty. Hätten sie sich intensiver mit dem Endmix beschäftigt und die Stücke differenzierter gestaltet, früher mehr von dem gewagt, was sie zu spät in die Hand nehmen…wer weiß? Was bleibt ist recht gute und wenig spektakuläre Musik, die lauter und roher von Selbstbewusstsein kündet, als sie es eigentlich dürfte.

5/10

Tuesday, November 26, 2013

FUN AT THE MORGUE - Massoula - Mcd / Autoreanimation



Da wo der Spaß für gewöhnlich aufhört, beginnt er für ein paar Jungs, die halb eidgenössischen Verpflichtungen nachgehen und zur anderen Hälfte französisches Staatsgebiet annektiert haben, – mit dem Zettel am Zeh. Aber Humor ist ja bekanntlich, wenn trotzdem einer dafür bezahlt. In besagtem Falle sind es die abgelegten und auf Eis geschobenen Restbestände menschlicher Daseinsformen. Ausharrend bis zum finalen Recycling blicken sie nun mit trüben Augen dem Unvermeidlichen ins Antlitz und können sich auch nicht wehren, wenn sie zum Objekt der Belustigung für 4 Gestörte werden, die ihren ganzen künstlerischen Intellekt gegen ihren  unterkühlten Zustand branden lassen. Manchmal läuft’s halt blöd, da bist du das ganze Leben gestraft mit schreienden Ehefrauen, plärrenden Blagen, zeternden Schwiegermüttern, brüllenden Vorgesetzten und nervigen Nachbarn, dass du dich auf ein bisschen Ruhe hinterm Horizont freust, irgendwo auch Anspruch auf ein stilles Eckchen erhoffst und BÄNG!, da geht das Getöse weiter. Und diesmal bist du nicht mal direkt gemeint, keiner hat was gegen dich, du liegst nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Genau so funktioniert das Prinzip Stirb Langsam. Plötzlich bricht die Hölle über polierten Edelstahl und gefliestes Ambiente herein, die Ruhe Sanft Nummer mutiert zu einem feuchtlustigen Ständchen auf übersteuerter Gerätschaft und es holzt und hämmert ohrenbetäubend von Wänden, die auf derart akustische Angriffe gar nicht vorbereitet waren. Grind, Gore und Geschepper, morbide Unterhaltung und debile Freuden so fungiert der Versuch eines beschwingten Reanimationsprozesses an unfreiwilligen Herumliegenden.

Nach dem Warum fragt sich keiner, sowieso ist das Wie viel interessanter. Und zwar mit der Kettensäge und dem Vorschlaghammer…also sprichwörtlich, nicht so in echt, das ginge dann doch zu weit. Massoula beginnt recht unspektakulär und bieder mit einem Instrumentalstück das austauschbar bleibt und wenig Ambitionen zeigt, Tote oder gar Lebendige zu belustigen. Nachfolgend jedoch erhält derjenige der sich an die nicht ganz gesunden Ergüsse der Herren heranwagt, eine Lektion in Grindcore. Und zwar sowohl im hemmungslosen Getöse als auch im gorigen Groove. Abwechselnd erfahrt ihr, wie sich Napalm Death und CBT gegeneinander ausspielen lassen. FUN AT THE MORGUE haben zum Beispiel ihre eigene Version von „You Suffer“… irgendwie. Eine Tiefenanalyse des Originals und des Pendant führe an dieser Stelle zu weit. Es sei der Kürze der zeit geschuldet. Dann wiederum kommen sie mit einem ach so typischen CBT Groove an der Hand ums Eck, bleiben durchweg locker und entspannt, massieren ihren relaxten Humptata – Rhythmus hinter den Ohren. Nehmen wir Dark Prophecies, das ist eine gänzlich berechenbare und gewöhnliche Goregrindnummer ohne echte Highlights aber dafür mit genau dem tiefgestapeltem Erschwerniszuschlag, der emotionalen Dichte, die zahlreiche Bekloppte jährlich dazu veranlasst sich in rosa Tütüs und Kuschelbärenkostüme zu stürzen. Oder sich nackt im Schlamm zu wälzen und Gasmasken über die schrumpelige Nille zu ziehen. Zu sehen unter anderem auf dem Obscene Fest.

Mit ihrem hin und herspringen zwischen brutaler Raserei und relaxtem Gestampfe hält die Band sich alle Möglichkeiten offen. Wenn es schon nichts wird mit der hohen Kunst des edel Musizierens, dann sollte doch wenigstens das Erzeugen eines chaotischen Geräuscheteppichs unterhaltsam bleiben. Und das ist dann auch gelungen. Sie kommen natürlich nicht umhin, im Grunde billiger Pulp zu sein, mit einem Sound der Kellerwände rissig macht und Ideen, die läufig sind wie Katzen im März. Das bleibt aber bedeutungslos, wenn ihr als Konsumenten das Wesentlich erfasst. Es ist alles nur ein Spiel. Eines das lustiger mit steigendem Alkoholspiegel im mit Formaldehyd angereicherten Blutkreislauf wird, und lauter aufgrund desgleichen. Tritt dieser Zustand ein, werden zusätzlich abstruse Ideen geboren, deren Unterhaltungswert immer mehr gen heitere Geschmacksverirrung pegelt, je später der Abend wird. Da kommt dann die Sache mit dem Humor wieder ins Spiel. Und diesmal bleiben die am verdienten verrotten Begriffenen außen vor. Es sei denn wir sprächen von intellektueller Leichenschändung. FUN AT THE MORGUE haben die Chuzpe einen alten Iron ButterflySong  auseinanderzunehmen und die leeren Textstellen mit Kc And The Sunshine Bands´ Refrain aus Thats´s The Way I Like It zu stopfen. Auch wenn´s  hakelig klingt, lachen musste ich doch und live geht das sicher ganz prima unters durcheinander stolpernde Volk. 

Also, Massoula sägt herzerfrischend an alten Knochen, sucht nach Verbindungen zu Terrorizer, Carcass und Co und mag das anrüchige Genre rollender Grooves mindestens genau so sehr. Sie nennen Hinterwäldler, Schweineficker und Leichenfresser ihre Brüder im Geiste und zementieren ihre ehrenhaften Absichten mittig in diesen plastinen Silberling, auf das ihr zu treuen Konsumenten freudig krankhafter Gedankenspiele werdet. Guten Appetit! 

https://www.facebook.com/pages/Fun-At-The-Morgue/317256088379421

7/10

Sunday, November 24, 2013

PUTRIFIED - Sacrilegious Purification - Mcd / Hellthrasher Productions



Auszug aus einem schwedischen Käseblatt:

Nach noch unbestätigten Angaben ist die Stockholmer Curch Of Worship And Misantrophy knapp einer Tragödie entgangen. In den frühen Morgenstunden des 666Tages nach Einführung in das geweihte Amt, wurde der Pfarrer der Gemeinde in Anwesenheit eines verstörten Ministranten hinter dem Vorhang des Beichtstuhles von einem gewissen A Death brutal hervorgezogen. Durch diese erschreckende Tat war der Ministrant, zuverlässigen Zeugenaussagen zu folge, traumatisiert und in seiner Aussage späterhin deutlich desorientiert. Auch die Tatsache, dass er mit heruntergelassenen Hosen aufgefunden wurde, konnte noch nicht hinlänglich geklärt werden. Im weiteren Verlauf des hinterhältigen Attentats band die nunmehr Flüchtige Person A Death den Gottesmann verkehrtherum an das Kreuz über dem Altar und peitschte seinen nackten Leib. Darauffolgend zwang er den Küster diverses Equipment aus einem schwarzen Kleintransporter zu entladen und im Kirchenschiff aufzubauen. Er begann unverzüglich damit, schreckliche Musik, die in Szenekreisen und unter zweifelhaften Individuen Death Metal genannt wird zu spielen und aufzunehmen. Zuvor zwang er einen Organisten noch hinter die Orgel, der sein grauenvolles Werk begleiten musste.  Mit unverständlichem Hass und Abneigung gegen das wohlgefällige Werk der Kirche getränkt, nahm er 22 Minuten an kakophonischen Lauten auf, die noch im Umkreis von mehreren Kilometern für ein rätselhaftes Kaninchensterben in einer Kleingartensparte und mehrere Herzschrittmacherausfälle in einem Altenheim verantwortlich gemacht werden. Am Ende wurde der Organist mit seiner eigenen Orgel bewusstlos geschlagen und die Hilferufe des Küsters, der es geschafft hatte, die Turmglocke zu läuten, konnten nicht verhindern, dass der Verdächtige spurlos verschwand…

Gerüchte aus dem Todesblei Purgatorium:

Kürzlich tauchte auf einem polnischen Plattenlabel eine ominöse Mcd auf. Fabriziert unter nie ganz geklärten Umständen, ist es das Werk eines schwedischen Einzeltäters unter dem Namen PUTRIFIED. Die Person die dafür verantwortlich zeichnet bleibt im Hintergrund, die Musik jedoch spricht für sich. Die Musik selbst verweist auf einheimischen Lokalkolorit des Künstlers und zeugt in gewisser Weise von eigendiktatorischen Anstrengungen, alle Fäden selbst in der Hand zu halten. Nach ersten Zweifeln muss dieser Versuch als gelungen betrachtet werden. Beginnend mit einem sakralen Orgelstück wütet eine wahre Hölle aus fideler Laedgitarre, primitiven Riffs, Blasts und Punkbeats. Aber immer der Reihe nach. Der rasante Auftakt des Eröffnungsstückes wird schon nach kurzem von polkahaftem Humptata unterbrochen, von einer Rhythmusgitarre, die kaum primitiver vor sich hin schlabbern könnte. Das mag schnell in die Irre führen, der wohl nicht ganz gerade tickende Künstler wird seinen Spaß daran haben. Fortlaufend wird die Ep jedoch immer dichter und abwechslungsreicher. Plötzlich traut er sich Melodien zu, hebt eine echte Thrash Hymne aus dem Taufbecken und wirft uns letztendlich mit einem düsteren, melancholischen und nahezu suizidalen Stück wieder auf die Straße. Das was auf dieser Ep zu hören ist, das sind stampfende Rhythmen mit schwarzer Seele, dass sind hackende Bässe und sinistere Arrangements, zuzüglich markanter Riffs und schriller Leads, die öfters neben sich zu stehen scheinen als sie sicher selbst beabsichtigt haben. Das sind aber auch wüste und kaum kontrollierbare Kompositionen, die jedem ruhigen Moment, der scheinbar eher unabsichtlich wie trockene Brotkrumen zwischen die Noten gestreut wird, jegliche Glaubwürdigkeit absprechen. Na ja, nicht so ganz, die Version einer Death Metal Fantasie die da von Schweden den direkten Weg über Polen in den Rest der Welt nimmt, darf sich ruhig eine gewisse Portion Anspruch unter das Revers kleben.  Für Anhänger der alten Schule und deren morbiden und diabolischen Sounds ist das mit „Sacrilegious Purification“ betitelte kurze Werk ein absoluter Hinhörer. Nicht nur weil uns eine ängstliche Orgel durch das Programm führt, oder weil mit „This Poisened Chalice“ ein Stück enthalten ist, dass wohl so niemand auf dem Zettel hatte, zumindest Beginn und Ende dessen nicht. Und nicht allein der Tatsache geschuldet, dass jede Nummer einen ganz eigenen Charme hat, der von billiger Verführung bis zu stimmungsvoller Selbstaufopferung reicht, von Talfahrten mit zerstörten Bremsen und Berganstiegen mit schweißtreibender Schwermut handelt. Sondern weil das Gesamtbild so viele Elemente in sich vereinigt, die nur entstehen können wenn ein Egomane niemanden in die Karten schauen lässt, und Beeinflussung nach demokratischer Unart von vornherein ausschließt. Von der ersten Tastenberührung bis zum letzten Glockenschlag dürft ihr an die Unheiligsprechung durch blutigen Hörsturz glauben…

Das selbe Käseblatt:

In den Wäldern Mittelschwedens wurde am Wochenende eine Gruppe Wandrer gerettet, die seit über einer Woche vermisst wurde. Völlig ausgezehrt und verängstigt berichteten die entkräfteten Touristen von einem Martyrium das sie in nächtlicher Düsternis erfahren zu haben glauben. Der Wald sei voller unheimlicher Geräusche und lauter Schreie gewesen. Es wird von einer totenkopfähnlichen Gestalt in schwarzer Bekleidung und silbernen Nieten berichtet, die offensichtlich aufgebracht die Gruppe bedrängte. Handfeste Beweise konnten nicht erbracht werden, einzig ein verschmutzter Briefumschlag mit unleserlicher Adresse und Absender wurde gefunden. Der Briefmarke nach verweist die Herkunft jedoch auf eine polnische Quelle…

8/10