Sunday, November 24, 2013

PUTRIFIED - Sacrilegious Purification - Mcd / Hellthrasher Productions



Auszug aus einem schwedischen Käseblatt:

Nach noch unbestätigten Angaben ist die Stockholmer Curch Of Worship And Misantrophy knapp einer Tragödie entgangen. In den frühen Morgenstunden des 666Tages nach Einführung in das geweihte Amt, wurde der Pfarrer der Gemeinde in Anwesenheit eines verstörten Ministranten hinter dem Vorhang des Beichtstuhles von einem gewissen A Death brutal hervorgezogen. Durch diese erschreckende Tat war der Ministrant, zuverlässigen Zeugenaussagen zu folge, traumatisiert und in seiner Aussage späterhin deutlich desorientiert. Auch die Tatsache, dass er mit heruntergelassenen Hosen aufgefunden wurde, konnte noch nicht hinlänglich geklärt werden. Im weiteren Verlauf des hinterhältigen Attentats band die nunmehr Flüchtige Person A Death den Gottesmann verkehrtherum an das Kreuz über dem Altar und peitschte seinen nackten Leib. Darauffolgend zwang er den Küster diverses Equipment aus einem schwarzen Kleintransporter zu entladen und im Kirchenschiff aufzubauen. Er begann unverzüglich damit, schreckliche Musik, die in Szenekreisen und unter zweifelhaften Individuen Death Metal genannt wird zu spielen und aufzunehmen. Zuvor zwang er einen Organisten noch hinter die Orgel, der sein grauenvolles Werk begleiten musste.  Mit unverständlichem Hass und Abneigung gegen das wohlgefällige Werk der Kirche getränkt, nahm er 22 Minuten an kakophonischen Lauten auf, die noch im Umkreis von mehreren Kilometern für ein rätselhaftes Kaninchensterben in einer Kleingartensparte und mehrere Herzschrittmacherausfälle in einem Altenheim verantwortlich gemacht werden. Am Ende wurde der Organist mit seiner eigenen Orgel bewusstlos geschlagen und die Hilferufe des Küsters, der es geschafft hatte, die Turmglocke zu läuten, konnten nicht verhindern, dass der Verdächtige spurlos verschwand…

Gerüchte aus dem Todesblei Purgatorium:

Kürzlich tauchte auf einem polnischen Plattenlabel eine ominöse Mcd auf. Fabriziert unter nie ganz geklärten Umständen, ist es das Werk eines schwedischen Einzeltäters unter dem Namen PUTRIFIED. Die Person die dafür verantwortlich zeichnet bleibt im Hintergrund, die Musik jedoch spricht für sich. Die Musik selbst verweist auf einheimischen Lokalkolorit des Künstlers und zeugt in gewisser Weise von eigendiktatorischen Anstrengungen, alle Fäden selbst in der Hand zu halten. Nach ersten Zweifeln muss dieser Versuch als gelungen betrachtet werden. Beginnend mit einem sakralen Orgelstück wütet eine wahre Hölle aus fideler Laedgitarre, primitiven Riffs, Blasts und Punkbeats. Aber immer der Reihe nach. Der rasante Auftakt des Eröffnungsstückes wird schon nach kurzem von polkahaftem Humptata unterbrochen, von einer Rhythmusgitarre, die kaum primitiver vor sich hin schlabbern könnte. Das mag schnell in die Irre führen, der wohl nicht ganz gerade tickende Künstler wird seinen Spaß daran haben. Fortlaufend wird die Ep jedoch immer dichter und abwechslungsreicher. Plötzlich traut er sich Melodien zu, hebt eine echte Thrash Hymne aus dem Taufbecken und wirft uns letztendlich mit einem düsteren, melancholischen und nahezu suizidalen Stück wieder auf die Straße. Das was auf dieser Ep zu hören ist, das sind stampfende Rhythmen mit schwarzer Seele, dass sind hackende Bässe und sinistere Arrangements, zuzüglich markanter Riffs und schriller Leads, die öfters neben sich zu stehen scheinen als sie sicher selbst beabsichtigt haben. Das sind aber auch wüste und kaum kontrollierbare Kompositionen, die jedem ruhigen Moment, der scheinbar eher unabsichtlich wie trockene Brotkrumen zwischen die Noten gestreut wird, jegliche Glaubwürdigkeit absprechen. Na ja, nicht so ganz, die Version einer Death Metal Fantasie die da von Schweden den direkten Weg über Polen in den Rest der Welt nimmt, darf sich ruhig eine gewisse Portion Anspruch unter das Revers kleben.  Für Anhänger der alten Schule und deren morbiden und diabolischen Sounds ist das mit „Sacrilegious Purification“ betitelte kurze Werk ein absoluter Hinhörer. Nicht nur weil uns eine ängstliche Orgel durch das Programm führt, oder weil mit „This Poisened Chalice“ ein Stück enthalten ist, dass wohl so niemand auf dem Zettel hatte, zumindest Beginn und Ende dessen nicht. Und nicht allein der Tatsache geschuldet, dass jede Nummer einen ganz eigenen Charme hat, der von billiger Verführung bis zu stimmungsvoller Selbstaufopferung reicht, von Talfahrten mit zerstörten Bremsen und Berganstiegen mit schweißtreibender Schwermut handelt. Sondern weil das Gesamtbild so viele Elemente in sich vereinigt, die nur entstehen können wenn ein Egomane niemanden in die Karten schauen lässt, und Beeinflussung nach demokratischer Unart von vornherein ausschließt. Von der ersten Tastenberührung bis zum letzten Glockenschlag dürft ihr an die Unheiligsprechung durch blutigen Hörsturz glauben…

Das selbe Käseblatt:

In den Wäldern Mittelschwedens wurde am Wochenende eine Gruppe Wandrer gerettet, die seit über einer Woche vermisst wurde. Völlig ausgezehrt und verängstigt berichteten die entkräfteten Touristen von einem Martyrium das sie in nächtlicher Düsternis erfahren zu haben glauben. Der Wald sei voller unheimlicher Geräusche und lauter Schreie gewesen. Es wird von einer totenkopfähnlichen Gestalt in schwarzer Bekleidung und silbernen Nieten berichtet, die offensichtlich aufgebracht die Gruppe bedrängte. Handfeste Beweise konnten nicht erbracht werden, einzig ein verschmutzter Briefumschlag mit unleserlicher Adresse und Absender wurde gefunden. Der Briefmarke nach verweist die Herkunft jedoch auf eine polnische Quelle…

8/10

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