Thursday, November 21, 2013

REPTILIAN DEATH - The Dawn Of Consummation And Emergence - Cd / Old School Metal Records



Mindestens seit mandeläugige Hobbits mit schwarzen Mähnen europäische Bühnen verwüsten, als wären es ihre Wohnzimmer, haben asiatische Metal Bands ihren Exotenbonus eingebüßt. Da heißt es wohl eher; lass mal die Hosen runter und zeig was du hast. Das gilt insbesondere für Inder. Verglichen mit dem Metalaufkommen westlicher Länder proportional zu ihrer Einwohnerzahl, müsste in Indien hinter jedem 10. Guru ein Death Metal Irrer stecken. Nur hält der eine steinerne Fassade aufrecht. Eingewickelt in ungekämmte Schafswolle, die er Eigenhaar nennt, hakt der sich lieber schweigend für ein Jahr kopfüber auf einem Nagelbrett fest. Das oder es ist der Versuch dem verfilzten Läuseteppich Herr zu werden. Der Subkontinent ist so rammmelvoll mit Passanten, dass daran überhaupt nichts exotisches bleibt, viel mehr keuchen sie schwer an der selbst,- oder fremdaufgelegten Bürde, Teil einer Globalisierung ohne Bremsen zu sein. Im medialen Zeitalter angekommen, haben sie westliche Technik und Know How längst in der Tasche, sind wirtschaftlich betrachtet kapitalistischer, unsozialer und geldgeiler als manch mitteleuropäische Aushilfsdemokratie. Und das parallel zur heiliggesprochenen, flussabwärts mäandernden Kloake, die dem Volksbade dient, trotz überall hin scheißender Kühe, eben wegen der Kinder, die für uns Jeans und Hemden klöppeln und all der anderen Klischees die gar keine sind. Aber ich schweife ab, Metal aus Indien: Braucht der Schonung vor westlicher Arroganz? Überhaupt nicht, als lass mal knattern, hier kommen REPTILIAN DEATH

REPTILIAN DEATH ist ein alt eingesessenes und irgendwann ins Stocken geratenes, ursprünglich als Soloanmaßung gestartetes Death Metal Unterfangen, das anno 2013, 10 Jahre nach dem Debüt lauthals von der Kette will. Und da der globale Markt ja genauso unter Obstipation leidet wie eine Rentner WG nach Kartoffelbrei und süßsauren Eiern, müssen sie sich eigentlich was ganz besonderes einfallen lassen, die Herkunft allerhöchstens als Marginalie ins Spiel bringen, um den Darm auf Vordermann zu bringen. Und tun sie das auch, zupfen sie den flotten Otto des Todesblei? Irgendwie nicht. Spricht man von Standards, die nirgends erfasst sind, dann sägen sie ein angemessen brutales Brett, mit viel Blast, versierter Technik und genügend brutaler Schubkraft um die Kontinentaldrift für eine Nanosekunde zu stoppen. Also irgendwie schon auf Augenhöhe zu eingefleischten Combos anderer Breitengrade. Mehr aber auch nicht. Es reicht einfach nicht mehr, ein guter Handwerker zu sein und sich mit modernem Equipment einzudecken, um sich vom Gros abzuheben. REPTILIAN DEATH würfeln uns ein Album vor die Füße, das alles hat, was von anständigen Death Metal zu erwarten ist. Nur verlieren sie dabei einen wichtigen Fakt aus den Augen, den innovativen Kern, das was eine Band, die aus dem Nichts kommt, oder aus Indien - für unsere hohen Nasen ein und dasselbe, definieren muss. Hast du ein oder 2 Songs von The Dawn Of  Consummation And Emergence gehört, dann kennst du sie alle, nur ist das am Anfang keinesfalls klar. Der Rhythmus bleibt fast immer gleichermaßen fix und zackig, die Riffs stehen sich stets so nah wie Leder und Latex auf der Straße am Christopher Street Day und auch der growlende Gesang bleibt leider austauschbar. Zwar angenehm tief gestimmt, schleimig aus der wunden Kehle geröchelt und die Zähne nicht allzu weit auseinander, stellt sich doch schnell ein deutlicher Mangel an Überzeugungskraft dar. Viele Passagen sind gedoppelt, das immer wieder und am Ende würde es wohl nicht mal eine Rolle Spielen, welche Lyrics zu welchen Songs passen. Auch hier kann nach Belieben gekegelt werden, ohne dass es gleich auffällt. Apropos Texte; diesbezüglich sind sie Kumpel mit anderen Bekloppten aus aller Herrenländer; Frau sein ist nicht das Einfachste unter deren Schirm und der Horror regiert sowieso überall. Das ist ein Punkt, an dem man sich schnell heimelig fühlen darf.

Nun muss niemand, der gern Dinge aus der vermuteten 3. Welt im Regal hat Stresspickel bekommen. Gut genug für ein paar unsaubere Handkanten ist die Rille trotzdem, vielleicht schiebt man dafür keine Oma vor den Bus, aber es sollte immer noch genügen, schon mal die Grube auszuheben. Denn ich komme nicht umhin zu sagen, dass in technischer Hinsicht viel schlechteres viel mehr Erfolg hat. REPTILIAN DEATH spielen frei von der antialkoholischen Leber mit wenig Weitblick aber dem in Stahl gegossenen Standpunkt, die dicksten Eier diesseits des Äquators zu besitzen. Na und die lassen sie mit Schmackes gegen ihre Instrumente klackern. Versöhnliches Schulterklopfen also, getragen durch die Erkenntnis, dass alles nicht so übel ist, wenn man die eigenen Ansprüche nach untern drechselt.
5/10

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