Friday, November 29, 2013

TYRANTS BLOOD - Into The Kingdom Of Graves - Cd / Selbstregiert





So, jetzt ist es scheinbar bald so weit. Schwarz / Rot werden sich als Regierungsanmaßung in den nächsten 4 Jahren selbst zerpflücken. Schwarz / Rot – Finsternis und Blutvergießen werden über uns kommen, basisfremder Dilettantismus wird herrschen wie die Ratte und der Pestfloh des Mittelalters. Trübsinn und Zorn werden die Gassen verdunkeln und das Große Jammern vom Ende aller Tage wird erschallen, wenn eine Riege von Karnevals-, und Bierzeltpolemikern in blinder Selbstbeweihräucherung vor Banken und Konzernen einknickt. Finsternis und Blutvergießen, oder wofür standen die Farben noch mal?, welche Werte sollten sie vertreten?

Nun, sollten tatsächlich schwarze und blutrote Schmährbäuche nebeneinander mäandern und unvereinbar geglaubtes mit Champagner begießen, dann sollten sie auch lernen, wie man Dinge zusammen bringt, denen es an Harmonie mangelt und die gewiss nicht massenkompatibel sind … oh verdammt, den Bogen krieg ich echt nicht hin!

TYRANTS BLOOD aus Kanada legen dieser Tage ihr 3. Album auf und halten an einer Mischung aus Death und Black Metal fest. Sie künden von schwärzesten Kriegsgeschichten und blutigstem Schlachtengetümmel, münzen allseits beliebte Klischees in martialische Texte und Songs um. Sie versuchen sich auf dem direkten Pfade. Nutzen dafür fast permanent das Gaspedal und lassen ihre Leadgitarre in zu dichtem Soundmatsch versacken. Sie machen das, was teutonisches Regieren ausmacht; Da wo es geht, rammeln sie mit dem Kopf durch die Wand bis es blitzt und kracht. Und dort wo es ganz sicher Widerstand geben wird, zittern sie sich mit halbem Arsch am Ziel vorbei. Ein sehr heftiges Brett treten sie dabei mit Sicherheit. Es ist jedoch leider zu auffällig, dass ihnen meist die Ideen ausgehen, bevor sich so ein Song mal warmgelaufen hat. Na und dann ist da der Sound, der bei der Suche nach der Schuldfrage in den Fokus rückt. Denn vom technischen Aspekt beinhaltet das Album bestimmt so einige Hooks und die Leadgitarre zeigt ein ums andere mal, dass sie gern dem Brei aus donnernden Drums und sonor wie auch hektisch sägenden Riffs entfleuchen will…und kann. Das Schlagzeug mit seinen scheppernden Becken erhält verdammt viel Aufmerksamkeit, dass der Gitarre regelrecht der Saft abgedreht wird. Da kann dann einer auf den Saiten reißen was er will, zur Geltung kommt das nicht richtig, da solche Ausritte regelrecht verschluckt werden. Am geschicktesten gelingt das noch auf „Fragments Of A Dying World“, hier dürfen die hohen Töne mal fietschen wie eine aus dem Ruder gelaufene Unterwasserortung von sich paarenden Buckelwalen. Als hätte Seti auf der Suche nach intelligentem Leben endlich eine quietschende Rückantwort bekommen. Was im Übrigen längst an der Zeit wäre, da Intelligenz auf Terra Idiotica auf der Roten Liste steht. Egal, deutlich wird jetzt nur, dass mit Zunahme der Spielzeit die besseren Songs auftauchen, endlich thrashige Riffs Gewichtung erhalten die so was wie einen Wiedererkennungswert an der Leine halten und mühevoll gegen das akustische Gerammel ankämpfen. Ganz zum Schluss kommt dann die dickste Überraschung. Denn nun entfernt sich die Band völlig vom Genre und bietet eine Mischung aus Silent Dreams und 80 Rockballade an. Das hatte wohl niemand auf dem Zettel. Einen noch größeren Kontrast zum sonstigen unsteten Aggressionseruptieren hätte man sich gar nicht wünschen können. Das hübscht letztendlich die mäßige Performance nicht wieder auf, stimmt aber doch irgendwie versöhnlich.

In punkto Death / Black Metal gibt es dieser Tage aus Kanada nicht neues zu hören. Da verlassen sich die 4 Kandidaten aus Vancouver doch allzu sehr auf Acts wie Destroyer 666 und Infernal Majesty. Hätten sie sich intensiver mit dem Endmix beschäftigt und die Stücke differenzierter gestaltet, früher mehr von dem gewagt, was sie zu spät in die Hand nehmen…wer weiß? Was bleibt ist recht gute und wenig spektakuläre Musik, die lauter und roher von Selbstbewusstsein kündet, als sie es eigentlich dürfte.

5/10

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