Wednesday, December 18, 2013

EXHALE - When Worlds Collide - Cd / Pulverised Records



So ihr Störche, nun steht ihr im Salat. Habt alle fleißig mit fragwürdigen Wahlentscheidungen oder absoluter Negation des Hebelgesetzes, respektive des Fernbleibens von der Urne dafür gesorgt, dass uns das pflaumenfarbene Matriarchat weitere 4 Jahre Unmündigkeit überziehen kann. Der Rest wird an die Leine gelegt, das Rot im Schwarz bekommt ein paar Leckerli und verarscht sich wissend selbst. Das tatsächliche Rot kann bald auch mit Sarkasmus nicht mehr entscheidend punkten und Grün hat sich schon lange selbst die Farbe blass gewaschen. Gab es da noch eine Nuance… hab ich wohl vergessen. Zu allem Überfluss steckt Fr. Dr. ihre plappernde Busenfreundin ins Verteidigungsministerium. Muss mich ernsthaft fragen, was die verteidigen will, hat über Jahre ihre eigenes Schlafzimmer nicht zur Festung ausbauen können und viele kleine Soldaten für Friedensmissionen geferkelt. Da hält doch im Leben nichts mehr dicht! War wohl der Plan, die denkt ja langfristig J. Und irgendwann soll sie selber Kanzler, spätestens dann springt mich das nackte Entsetzen an, dann wird wohl doch der Zeitpunkt kommen, die Koffer zu verzollen. Am besten nach Schweden, wollten wir immer schon. Ist nicht so weit weg, wegen Heimweh und so Sachen, außerdem regiert vielleicht doch irgendwann mal wer mit Eiern – was nicht anatomisch beschränkend klingen soll. Kann ja sein, dass die eingeknickten Grashalme im Sturm von Konzerngier und Bankenwahn doch mal ausgerissen werden und stattdessen massiver Stahl dem Machtgetue vor die holen Birnen knallt. Tagträume sind irgendwie entspannend, wenn auch im Nachhinein wenig perspektivisch.

Und Schweden auch wegen der Musik; die kennen da nur Abba, Roxette und jede Menge Death / Grind und Crust. Schweden sind Musiker und alle Metaller oder Grinder. Da wohnen so wenig Menschen die sich auf den Sack gehen und trotzdem gibt es zahllose Bands, da ist die Rechnung auch ohne Adam Riese was für Vorschüler. Schweden ist Metal! Ein Beispiel?;

EXHALE haben gerade ihr neues Album auf dem Markt. Allein der Name bürgt für grindige Qualität, denn Anmaßung steckt nicht dahinter. Der Quell der Inspiration rührt brüderlich und lokal verbunden von Nasum her. Da muss auch niemand was rein deuten. Außerdem stehen die Musiker bekennend auf einheimischen Death Metal, was wiederholt für den tiefer gelegten Sound verantwortlich zeichnet. An der Basis wandert stets ein Bass, der die Songs wie Bewährungseisen insgesamt bruchsicher macht und strukturell festigt. Mit einer gewagten Mischung aus ebenjenen Nasum, partiell groovigen Blood Duster und disharmonisch mutigen Phobia sowie immens direkten Brutal Truth schaffen sich EXHALE ein eigenes Reich, dessen Expansionsstreben an den Toren zu benannten Bands nicht halt macht. Die dienen einzig zur intellektuellen Groborientierung. Berechenbarkeit ist etwas, mit dem sie jonglieren wie ein vierbeiniger Zirkusartist. Es gibt Parts, die liegen quasi nackt vor einem, da ist jede Pore greifbar, jede Feuchtigkeit in jeder Falte sichtbar. Und dann wiederrum arbeiten sie mit Stilmitteln, die so niemand leichtfertig auf den Zettel kritzelt. Teilweise, und eher dann wenn es langsamer wird, erhält die Musik einen ziemlichen Independent – Charakter. Das fällt nur nicht so sehr auf, weil der neue Frontmann alles mit seiner Kreische zudeckt. Auch krähen uns Leads in die Ohren, die wie blutdurstige Raben zwischen Toten und Sterbenden hacken und sich die Bäuche vollschlagen, als wäre die letzte Tafel gedeckt. Würden Bolt Thrower Grindcore spielen, dann klängen sie in solchen Passagen wie Exhale. Und selbstreden überziehen sie uns auch mit chaotischem High Speed Gewitter. Einem Tempo und derartig nervösem Grammel, dass selbst der Sound teilweise in die Knie geht. Am Ende dann wird es sogar noch mal richtig melodramatisch. Dann wenn ein Grindsong 7 Minuten geht und gar keiner mehr ist. Dann wenn das Herz blutet, weil die Band plötzlich ein Stück mit so viel negativer Energie schreibt, so überzeugend suizidale Depression an den Mann bringt, dass man in den Gelben Seiten auch gleich nach dem Schnitter suchen kann. Hier entfernen sie sich am weitesten von den Erwartungen der tumben Gehirnverlierer vom Begriff Grindcore. Das bieten letztendlich nicht viele Bands. Dazu gehörte eine gewisse Portion Mut, aber auch die Chuzpe, mal jemandem vor den Koffer scheißen zu können. EXHALE beschäftigen sich auf  When Worlds Collide“ mit genau dieser Aussage und zwar lyrisch inhaltlich als auch musikalisch. Die geben uns schon gezielt auf die Fresse, trampeln ihr Schlagzeug in den Boden und schreddern die Saiteninstrumente schrottplatzreif. Aber sie sind genau so überzeugend in der Lage, mit mehr als nur profanem Groove und progressiven Ansätzen für Aufmerksamkeit an einer experimentellen Gratlinie zu sorgen. Wenn was Eier hat, dann ein Produkt aus Schweden. Deshalb muss ich wohl doch mal wieder da rüber, auch weil ich es dort generell als viel ehrlicher empfunden habe,  als unsere biedere Scheinheiligkeit.

Fr. Dr., wir werden wohl keine gemeinsame Lösung finden, lieber würde ich ihnen mal so ein Album ins wankelmütige Gehirn pressen, um ihnen die Möbel wieder gerade zu rücken! Und wer ebenfalls mal Inventur im Denkapparat machen muss, der kann mit EXHALE prima aufräumen!

9/10

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