Saturday, December 28, 2013

MONUMENTS COLLAOPSE - BREAG NAOFA - Split Lp / Halo of Flies // Shove Records



Und schon wieder durch mit dem Dutzend, schon wieder Zeit über die Schulter auf Zurückliegendes zu blicken. Der dämliche Job ist immer noch der alte, Alkohol und Tabak sind immer noch treue Begleiter, der kadavereigene Schwimmring wohl auch. Die Anmeldung fürs Fitnessstudio existiert nur in der Fantasie und das blöde Auto hat auch nie einer richtig gewaschen. Rostet vor sich hin wie der eigene Stillstand. Freundlicher durchs Leben kriechen, mit mehr Enthusiasmus buckeln, gesünder Sterben, das waren doch die guten Vorsätze nach dem letzten Feuerwerk. Und in Wirklichkeit?, nach dem Neujahrskater war im Kopf wieder Urknall und alles was mit Mühe aufgeräumt war, polterte als internes Chaos in unauffindbare Winkel eines nicht mehr so frischen Verstandes. Also ging’s weiter; Kippe zwischen die Lippen, zum Frühschoppen an den Häuserwänden entlang gehangelt und dort den elenden Eigenanteil an der Welt beklagt. Wo ist das Leben nur geblieben, warum passt die Alte nicht mehr ins Hochzeitskleid, warum fällt dem Nachwuchs immer erst um Mitternacht ein, dass sie noch wo hin wollen, wo sich um diese Zeit jeder anständige Trinker doch schon längst unter dem Federbett zur Schlafkur befindet. Warum immer noch dieses tägliche Hasten zu einem Job, der ebenso unmotiviert empfängt wie entlässt? Und was hat der Erfinder der Anatomie und Genetik sich eigentlich dabei gedacht, die Plautze immer fülliger, das Haar im Gegenzug aber immer lichter werden zu lassen. Das unbewiesene Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit findet hier doch nicht wirklich statt. Wann wird es endlich wieder wie einst, als die Hosen noch voller Ideen und der Kopf voller Testosteron war, als Norden und Süden noch keine Rolle spielten, als das Rumexistieren mehr war als nur trist und grau? Und nach dem 10. Frühschoppenpils, als die Sonne ihre kurze Reise über den Zenit längst beendet hat, sich der blaue Karpfen in der kalten Küche langweilt, da wird ein Plan gefasst. Beim nächsten mal, da wird alles anders, da fangen wir von vorn an und itzo beginnt das Jahr der Vorbereitungen!
So und nun wird aus wankelmütigen Entscheidungen endlich harter Stahl geschmiedet! Noch ein paar Tage und die persönliche Vita, die unaufhaltsame Karriere werden auf eine neue Stufe gestellt, ganz bestimmt, Doppelschwör!

Und wer dazu tatsächlich noch musikalische Unterstützung benötigt, den Soundtrack seines neuen Lebens sucht, den ideologisch instrumentalen Motivationstrainer braucht … der verzichte unbedingt auf diese Lp! Denn schon nach einmaligem und zweifelhaftem Genuss ohne ausreichende Aufwärmphase, erhöht sich der Psychopharmaka – Verbrauch rapide. Post-Metal-Sludge – Meeting. Das ist so zäh wie auch niederschmetternd, melancholisch und grauenhaft trübsinnig, wenn auch melodisch in gewisser Form ansprechend. Für jene unter euch, die immer noch nicht wissen, in welcher Richtung die Rasierklinge über das Handgelenk bewegt werden muss. Vertikal ihr Pfosten, dann ist der rote Spuk fix vorbei! Beide Bands machen das vor, leben den Depri instrumental aus und hängen so in  ihrer Trauer um was weiß ich fest, dass die kein Silvester mehr brauchen, bis sie erkennen, dass sie schon längst jeden Hormonbus gegen die Wand gesetzt haben. Klagend und selbstverletzend jammern recht harmonische Instrumentalpassagen aus einer farblosen Zwischenwelt, killen jedweden Ansatz von Lebenswillen und flennen herzzerreißend von der Sinnlosigkeit geistiger wie körperlicher Bewegung. Und wenn Monuments Collapse ihrerseits noch mit sonoren Riffs, bittersüßer Melodey und einem heiseren Totengebet am Gummiband hängen, sich wie festgelatschter Kaugummi widerspenstig wehren, von der Sohle gekratzt zu werden, sind Breag Naofa vielmehr an der Missdeutung von Harmonie interessiert. Die kriegen ihre ellenlangen Stücke einfach nicht zu Ende, ergießen Sturzbäche aus salzigen Tränen und selbsterzeugter Verzweiflung über ein Publikum, das viel Verständnis für so intensive Todessehnsucht haben muss. Rein kompositorisch und ausgehend von den Arrangements und den rudimentären Kenntnissen um das Handling der Instrumente ist die Leistung beider Acts gar nicht mal negativ bewertbar. Nur nervt der Scheiß sehr schnell, weil der letzte Rest an Eigeninitiative ausgesaugt wird, und das Gezeter jeden Bedrohten umgehend in ein neues schwarzes Loch kickt. Unterhaltungswert nur in Begleitung eines ernsthaften Suizidalgedankens. Entweder das wird eure letzte Platte, oder ihr schenkt dem Ratgeber für den Weg in die frisch gehobelt und gespundete Kiefernkiste einfach keine Beachtung.

4/10

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