Friday, December 20, 2013

WOMBBATH - Internal Caustic Torments - Cd /re – release/Pulverised Records



Was für ein Name für eine angeblich kriminell unterbewertete Band. Eklig oder sexistisch, erheiternd oder total bescheuert? So was scheidet sich an den Geschmacksknospen nicht gänzlich zurechnungsfähiger Langhaarträger (äußerlich als wohl auch innerlich – Metal ist schließlich keine Uniform mehr) Sei es wie es sei, provokativ dürfte das einst nicht gewesen sein, und heute schon gar nicht, wo in jedem halbwegs aufgeklärten Wohnklo Pornos in der Anbauwand Klassentreffen feiern.

WOMBBATH sind ein schwedisches Produkt der frühen 90er, passen musikalisch in ebenjene Epoche, blieben regional jedoch ein Fremdkörper. Während die meisten anderen schnell wieder aufgaben, um ihre alten Schrammeltapes 20 Jahre später als verschollene Meisterwerke gealterten Fans hinterher zu werfen, oder aber tatsächliche Klassiker veröffentlichten und erfolgreiche Karrieren, von denen es sich allzu oft nicht leben lässt, hinlegten, waren WOMBBATH sich ihrer Rolle in der Szene wohl nicht so sicher. Instrumente klangtechnisch unter die Kellertreppe zu stimmen, kam nicht in Frage, Sound vom Totenacker war nicht der ihre und Sunlight Qualität nicht erstrebenswert. Vielmehr haben sie sich ins transatlantische Reich der aussterbenden Möglichkeiten gesehnt und versucht dort ihre ideologischen Wurzeln auszubuddeln. Suffocation bis Gorguts sind laut Presseinfo die Ziele gewesen. Dazu hat es aber offensichtlich nie gereicht, schon in technischer Hinsicht ist das eher ein Lacher. Genau genommen haben sie während ihrer recht kurzen Existenz ihren musikalischen Anspruch deutlich nach unten geschraubt. Während das erste Demo und eine Ep, die der Vollversion voran gingen noch viel brutalen Biss hatten, verliert sich das auf „Internal Caustic Torments“ zusehends. Das Album humpelte nur noch dem hinterher, was sie anfänglich begonnen hatten. Mag daran liegen, dass die Band ihren ursprünglichen Sänger eingebüßt hatte und mit einem bellenden Köter zufrieden sein musste, der weder Zähne noch Geifer hatte, um der Truppe angemessen authentisch in die Waden zu beißen. Nee, die Scheibe ist fade und ganz sicher kein Klassiker, der unbedingt neu aufgelegt gehört. Einzige Ausnahme darauf ist „Abandon“, ein Stück bei dem die Glocken feierlich läuten und aufgrund seiner sich  im Dark Metal wiederfindenden Essenz ganz sicher wie der Pickel auf einem gepuderten Arsch gefühlt haben muss. Ist eine Nummer für den Tannenbaum und absolut untypisch für das uninspirierte Gebretter drum herum.

Aber da der Veröffentlichungswahn innerhalb der Szene keine Grenzen und kein Schamgefühl mehr kennt, und alles wieder auf den Markt gekippt wird, was irgendwann mal Töne in Vinyl geritzt hat, kommen wir auch an einer relativ überflüssigen Wiederbelebung einer zurecht vergessenen Formation nicht vorbei. Vergleichbar damit, dass mein Vater mich auch nach mehr als 25 Jahren Schulabstinenz immer noch fragt, wer denn nun wirklich die Tür an unserer geliebten POS auf dem Gewissen hat. Den alten Mist immer wieder vor die Bude gefegt zu bekommen ist eher unangenehm und peinlich, als aufklärend auf gar keinen Fall nötig.
Versöhnlicher ist lediglich der Fakt, dass die blöde Tür nicht auf mein Konto geht, und dass Pulverised Records sich dafür entschieden haben, Demo und Ep mit auf die Reise zu nehmen. Das verinnerlicht quasi zum besseren Verständnis, warum die Band nie eine echte Chance hatte, weil sie an krankhaft musikalischer Zerrissenheit litt und sich nie auf einen gemeinsamen Nenner gebracht hat. Demokratie in direkter Form scheint wirklich nicht überall praktikabel zu sein. Dan Swanö hat die Kamellen noch mal aufgehübscht und die ehemaligen Mitglieder der gestrandeten Formation haben ein Stück ihres Debüts unter anderem Namen neu aufgenommen, es etwas gestreckt und in eine modernere Form gepresst. So wurde aus "As Silent As The Grave" über Nacht "20:13 Silence Unveiled" Der Sinn hinter dieser Aktion erschließt sich meinem beschränktem Vorstellungsvermögen leider nicht. Mehr als ein Gimmick am Ende einer verzichtbaren Scheibe kann das nicht sein, auch wenn klar wird; hätte die Truppe einen solchen Standard in ihrer Sturm und Drang - Zeit erreicht, wären sie nicht so zeitig auf Grund gelaufen.

Mein abschließender Eindruck? - Wie ein unbereifter Bollerwagen mit doppeltem Achsbruch holpert und stottert die misslungene Frischzellenkur einer unbedeutenden Band und ihres Trallala -Albums über unebenes Pflaster auf einer überfüllten Metal – Rush Hour Piste. Nicht nur weil sie in der Vergangenheit gegen die Wand gelaufen sind, wird der neuerliche Versuch brüchiges Musikbackwerk an den Mann zu bringen erneut scheitern, sondern auch weil es der Band durchweg an Inspiration und Weitblick fehlt. Schade?…nö nicht wirklich.

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