Friday, January 31, 2014

OMNIVORE - Omnivore - Cd / Unspeakable Axe Records



Omnivore, der Allesfresser! So wie das Schwein, das Huhn und der sich Jenen gegenüber als dominierend fühlende Mensch. Alle schaufeln rein, was Mutter Natur zur Welt bringt. Ressourcenpflege und Nachhaltigkeit spielen dabei kleine Rolle, Schwein und Huhn sind anatomisch anders fokussiert und können nichts dafür. Und dem Menschen ist es reichlich egal, solange der Bauch voll ist, die Brieftasche prall und der Blick in die Zukunft der nächsten Generation in die Tasche geschoben wird. Omnivore, der Allesfresser, frisst auch Verantwortung, Umsicht und Empathie und scheißt sie unverdaut wieder aus. Hinterlässt massig dampfende Berge, von denen sich die Mehrzahl der Erdlinge ernähren muss, von der alle zehren müssen, die das große Spiel um Macht und Vorherrschaft nur finanzieren, nicht aber mitspielen dürfen. Omnivore wie omnipotent, kann immer und will alles. Ist immer bereit zu nehmen und überlässt anderen das Geben. Darwin und seine Evolution hätten daran die wahre Freude.


Ob sich das italienische Quartett gleichen Namens jemals gedanklich in eine solche Richtung bewegt hat, ist mir nicht bekannt. Wahrscheinlich tragen sie ihren Namen nur zum Hausieren herum, weil er irgendwie passend zur Musik erscheint. Ach ja, die Musik. Die hat diese gewisse US Thrash Note, weniger Bay Area Spritzigkeit als die rohere Ernsthaftigkeit von Sadus und Possessed vielleicht. Dazu kantigen Death Metal ohne moderne Auswüchse. Zu mehr erklären sich OMNIVORE auf ihrem gleichnamigen Album nicht bereit. Aber auch  nicht zu weniger. Ob es ausreicht um was Großes zu reißen wage ich zu bezweifeln. Das liegt weniger am Handwerk, sondern an der Gewöhnlichkeit, an der übermäßigen Vertrautheit der Musik. Überraschungsarm präsentieren sich die Stücke, die irgendwie auch willkürlich durcheinander gewürfelt scheinen. Das macht die Band nicht zu schlechteren Musikern, als all die anderen, die die Szene beherrschen, das bedeutet lediglich, dass zwischen dem was sie antreibt und dem was sie selbst daraus machen, doch eine nicht zu vernachlässigende Kluft liegt. Eine, die für die Nichtüberwindung des Mittelmaßes verantwortlich zeichnet. Sollte es der Band gelingen, aus den reichlich guten Ansätzen und den Eiern die sie offensichtlich in der Hose haben, eine Brücke zu schlagen, wird der Spaß und Erfolgsquotient sich erheblich nach oben korrigieren. Bis dahin müssen schnell runter gespulte Songs mit heiseren Chorälen und einer agilen Leadgitarre reichen, um über eine gewisse Dürrezeit hinweg zu helfen. Bis dahin werden eben Fertiggerichte aufgetafelt und Klischees abgespult. Anknüpfend an Romeros Untotenklassiker bekommen wir wieder das „Kein Platz in der Hölle“ Zitat und reichlich flotte Rhythmen aus der Nackenbrecherretorte vor den schmutzigen Latz geballert. Abschließend wird noch Sepulturas´ “Arise“ zerstückelt. Ist mit viel Schwung umgesetzt, leider auch etwas hakelig und mit Vocals, die teilweise etwas peinlich berühren. So nun aber genug über die noch junge Truppe hergezogen. Sollen sie ihren Göttern frönen und deren musikalische Rituale zelebrieren, wie sie es selbst für gut heißen. Und so lange sie können. Hab gelesen, dass die Band gerade ein Pause eingelegt hat, was wenn´s stimmt sehr ungünstig kommt, mit einem neuen Album im Rücken. Aber muss ja auch nicht stimmen, denn nun ist es Zeit für Klingelsturm und Akquise um gestärkt und motiviert in die nächste Runde zu gehen. Denn wie erwähnt, talentfrei klingt schlimmer, sie schöpfen lediglich ihr Potential noch nicht aus. Für einen Allesfresser muss der Magen noch lernen zu selektieren. Muss lernen was vom Aufgenommenen in den Kopf muss, was in die Muskeln, was in die Knochen um die Struktur zu stärken. Und der Rest muss ohne Reue zur Hintertür wieder raus. Sehen wir mal, was da vielleicht noch kommt und begnügen und so lange mit etwas ungelenken Schritten und vielen guten Absichten.


6/10

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